Flow aus Aachen Zweiter bei WDR-Wettbewerb "Der beste Chor im Westen"

„Bester Chor im Westen“ : Großartiger zweiter Platz für jungen Aachener Chor Flow

Fünf Chöre, ein Finale und am Ende ein großartiger zweiter Platz: Der junge Aachener Chor Flow holt im TV-Wettbewerb „Der beste Chor im Westen" einen tollen zweiten Platz. „Monstermäßig gut“, meint die Jury.

Als einziger Chor hat Flow sein Weihnachtslied beim Finale der WDR-Show „Der beste Chor im Westen“ am Freitagabend in einem zweiten Outfit vorgetragen. Obwohl vorher niemand wissen konnte, ob es überhaupt zu diesem zweiten Auftritt in der Livesendung kommen würde. „Aber das hatte überhaupt nichts mit Arroganz oder so zu tun“, sagte Chorleiter Luc Nelissen, Lehrer an der Musikschule der Stadt Aachen. „Es war uns einfach wichtig, auf einen möglichen zweiten Auftritt perfekt vorbereitet zu sein. Und wir wollten unser Weihnachtslied in einem besonders festlichen Outfit singen.“

Eine gute Entscheidung. Der junge Aachener Pop-A-cappella-Chor Flow, der sich auf Initiative von Nelissen im Januar 2017 gegründet hat, war einer von fünf Chören, die es bis in das Finale des TV-Castings geschafft haben. Am Ende sind die Aachener Sänger auf einem hervorragenden zweiten Platz gelandet – hinter BonnVoice aus Bonn.

Und das mit einer hervorragenden Bewertung. Die Jury-Mitglieder Giovanni Zarella (Sänger und Moderator), Natalie Horler (Frontfrau von Cascada) und Jane Comerford (Dozentin für Gesang und Sängerin bei Texas Lightning) hatten Flow sogar die beste Leistung des Abends bescheinigt: „Das war monstermäßig gut“, sagte Comerford nach dem zweiten Auftritt der Aachener, und Horler ergänzte: „Ihr habt es wirklich verdient zu gewinnen.“ Einzig Rolf Schmitz-Malburg, Bassist im WDR-Rundfunkchor, wollte sich nicht festlegen.

Am Ende lag die Entscheidung aber nicht bei der Jury, die lediglich die drei Chöre für das Finale, also für den Vortrag des Weihnachtsliedes, aussuchen durfte, sondern beim Publikum: 49,3 Prozent der Zuschauer stimmten für BonnVoice, 39,1 für Flow und 11,6 für Die Erben aus Köln.

„Ich hasse es eigentlich, Zweiter zu werden“, sagte Nelissen kurz nach der Show. „Aber Tele-Voting ist natürlich eine Lotterie. Und ein Chor, der schon mehr als neun Jahre existiert, hat einfach eine andere Fan-Base als einer, den es noch keine zwei Jahre gibt. Aber das heute fühlt sich absolut nicht wie eine Niederlage an. Wir haben so tolle Jurybewertungen bekommen, dass wir keinen Grund haben, traurig zu sein.“

Ähnlich sah das Chor-Gründungsmitglied Jonas Klügel: „Wir haben doch alles erreicht. Wir sind unter die Top drei gekommen, durften zweimal im Finale auftreten. Im ersten Moment waren wir natürlich ein bisschen enttäuscht, aber jetzt sind wir absolut glücklich.“

Überzeugt haben die Aachener, die im Fernsehstudio von einer riesigen Fangemeinde mit Flow-T-Shirts und Plakaten angefeuert wurden, mit „Smooth Criminal“ von Michael Jackson und „That’s Christmas To Me“ der Band Pentatonix. Dabei stellten die jungen Leute eindrucksvoll unter Beweis, dass Chormusik eben nicht nur etwas für ältere Herren ist, sondern jung, modern und intelligent sein kann.

Die Arrangements, die Nelissen ausgesucht hatte, waren nicht nur auf einem sehr hohen Niveau, sondern hielten für die Zuschauer auch die ein oder andere Überraschung bereit. „Beides, Männerchöre und Ensembles wie wir, haben absolut ihre Berechtigung“, sagte Nelissen. „Singen im Chor macht einfach unglaublich viel Spaß.“

Dass Flow überhaupt bei dem Wettbewerb mitgemacht hat, hat er seinen Anhängern zu verdanken. „Unsere Fans haben uns ermutigt, uns zu bewerben“, berichtete Sänger Markus Bartz. „Und das war die beste Entscheidung überhaupt. Es war eine unglaubliche Zeit. Und eine Erfahrung, die uns keiner mehr nehmen kann. Außerdem haben wir viele neue Leute getroffen.“

Und vielleicht auch Freundschaften geschlossen. Das Verhältnis der Finalchöre war freundschaftlich, die Atmosphäre im Studio vor allem ausgelassen und fröhlich. „Der beste Chor soll gewinnen“, sagte Zuschauerin Melanie Brandt. „Alle sind toll. Das ist ein super Abend und die perfekte Werbung für Chormusik.“

Aber noch einmal zurück zu Flow – übrigens mit Abstand der beste Chorname zum Anfeuern. Warum hat Luc Nelissen das Ensemble überhaupt gegründet? „Ich habe schon immer von so einem Pop-A-cappella-Chor geträumt“, erzählte der Chorleiter. „Und den Traum wollte ich wahr werden lassen.“

Doch wie kann es gelingen, dass eine Chorgemeinschaft innerhalb so kurzer Zeit so gut werden kann? „Ich habe alle Sänger in Einzel-Auditions ausgesucht. Aber es passt eben auch menschlich. Das ist eine wirklich tolle Truppe. Ich glaube, beides zusammen macht unseren Erfolg aus.“ Markus Bartz nannte noch einen dritten Erfolgsgrund: „Dass wir so gut sind, liegt an unserem holländischen Chorleiter mit den Locken. Der leistet einfach eine ganz hervorragende Arbeit.“

(ein)
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