1. Region

Fall Alexandra B. bei Aktenzeichen XY

„Cold Case“-Fall : Ungeklärter Mord aus Heinsberg bei Aktenzeichen XY vorgestellt

Der Fall ist seit zwölf Jahren ungelöst: damals wurde auf einem Feld bei bei Heinsberg-Randerath Alexandra Belhaj tot aufgefunden. Jetzt erhofft sich die Polizei durch die Vorstellung in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ Hinweise, um den Fall doch noch lösen zu können.

Vor zwölf Jahren machte ein Landwirt eine grausige Entdeckung auf seinem Feld. An diesem heißen Sommertag, es war der 9. Juni 2008, entdeckte er eine Frauenleiche auf seiner Ackerkrume im Heinsberger Ortststeil Randerath. Der obere Teil des Körpers der Frau war in eine Mülltüte gesteckt worden – und lag dort wohl schon ein paar Tage.

Kurz danach stand ihre Identität fest: Alexandra Belhaj, 24 Jahre Jahre alt, wohnhaft in Düsseldorf. Dort, so steht es in den Akten, soll sie gelegentlich als Straßenprostituierte gearbeitet haben, um ihren Drogenkonsum zu finanzieren. Zuletzt war sie am 3. Juni im Bereich des Düsseldorfer Hauptbahnhofes lebend gesehen worden, ehe sie dann als vermisst gemeldet wurde. Die Frau war polizeibekannt, ein paar Verurteilungen wegen Diebstählen und Drogendelikten stehen in ihrem Register. Der Mordfall gehört zu den „cold cases“, zu den ungelösten Mordfällen beim zuständigen Polizeipräsidium in Aachen.

Am Mittwochabend wird „Aktenzeichen XY“ (ZDF; 20.15 Uhr), den Fall noch einmal aufgreifen. „War der letzte Freier auch ihr Mörder?“, fragt die Redaktion. Aus Aachen wird Kriminalhauptkommissar Jochen Jansen anreisen und den Fall öffentlichkeitswirksam und bundesweit vorstellen.

Tatverdächtiger aus Linnich unschuldig

Schon ein paar Tage nach dem Leichenfund wurde ein Mann aus Linnich verhaftet. Der 46-Jährige hatte sich damals vorsorglich selbst bei der Polizei gemeldet. „Sollte irgendjemand auftauchen und erzählen, dass ich mich in der Nähe des Tatortes aufgehalten habe, möchte ich klarstellen, dass das ein Zufall war.“ Die Polizei könne ihn also von der Fahndungsliste streichen. Die Polizei machte das Gegenteil: Der Mann kam als „dringend tatverdächtig“ in Untersuchungshaft, die Ermittler verdächtigten ihn, aber Beweise fanden sie nicht. Nach ein paar Tagen kam er wieder auf freien Fuß.

Die Ermittlungen wurden ausgeweitet. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass „tatrelevante DNA- und Fingerabdrücke“ gesichert worden seien. Es gebe durchaus Verdachtsmomente, dass der Täter aus der Region stammen könnte. Ende 2008 gaben 1200 Männer im Alter zwischen 16 und 60 Jahren aus Randerath und Umgebung freiwillig eine Speichelprobe ab, sechs verweigerten den DNA-Test. Auch der 46-Jährige kam zum Test, sein Ergebnis war negativ. Der Mann aus Linnich, der inzwischen gestorben ist, galt nicht mehr als tatverdächtig.

Stammt der Täter aus der Region?

Unverändert gebe es Indizien dafür, dass der Mörder in der Region damals gewohnt habe oder einen Ankerplatz dort hatte, sagt Jansen. Der Fundort gilt nicht als Tatort. Vermutlich wurde Alexandra Belhaj schon kurz nach dem Verschwinden dort abgelegt. Ein Bezug zum Kreis Heinsberg wurde niemals hergestellt. Allerdings trug sie einen Hinweis für eine Verabredung bei sich, die eine Woche später in der Diskothek Himmerich stattfinden sollte.

Der Kriminalhauptkommissar wird in der Sendung nach einem verschwundenen Ohrring fragen, der an der Leiche fehlte. Und natürlich geht es bei der öffentlichen Fahndung auch darum, neue Kontaktpersonen des Opfers zu ermitteln, um so den Täter nach zehn Jahren noch zu ermitteln. Damals hatte die Staatsanwaltschaft Aachen schnell eine Belohnung von 1500 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Täters führen. Die Belohnung ist immer noch ausgelobt, Hinweise nimmt die Kripo unter 0241/957731101 entgegen.