Verdächtiger gefasst: Fahrer gibt Kind nach Unfall Geld und flieht

Verdächtiger gefasst : Fahrer gibt Kind nach Unfall Geld und flieht

Ein Autofahrer verletzt einen 13-Jährigen, drückt ihm 20 Euro in die Hand - und rast davon. Einen Tag nach diesem Vorfall hat die Polizei einen tatverdächtigen 19-Jährigen aus Marl gefasst.

Einen Tag nach einer Unfallflucht mit einem verletzten Kind hat die Polizei am Freitag einen tatverdächtigen 19-Jährigen gefasst. Der Fahranfänger soll den 13 Jahre alten Jungen am Donnerstag angefahren und ihm anschließend 20 Euro in die Hand gedrückt haben. Dann soll er davongefahren sein, ohne sich weiter um das Kind zu kümmern. Die Polizei leitete ein Verfahren wegen Fahrerflucht ein. Der verletzte Junge befinde sich weiter im Krankenhaus, hieß es am Freitag. Seine Aussagen und Beobachtungen hatten die Beamten auf die Spur des Tatverdächtigen geführt.

Der junge Mann hatte den Ermittlungen zufolge am Donnerstagmittag das Kind auf seinem Tretroller an einer Kreuzung mit seinem Wagen erfasst. Er und seine Begleiterin stiegen demnach kurz aus und erkundigten sich, wie es dem Jungen gehe. Der antwortete, nicht so gut. Daraufhin habe der Fahrer dem Jungen einen 20 Euro-Schein gegeben und sei „mit quietschenden Reifen“ davongefahren.

Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. „Leider erleben wir solche Fälle nicht selten“, sagte ein Sprecher am Freitag. Gerade bei Unfällen mit Kindern müsse jedoch unbedingt die Polizei eingeschaltet werden. „Kinder können oft nicht einschätzen, was passiert ist und was die Folgen sind. In der Aufregung der Situation sagen sie vielleicht fälschlicherweise, dass ihnen nichts weh tut“, sagte der Sprecher. „Es ist aber die Pflicht der Beteiligten, zu helfen und sich ihrer Verantwortung zu stellen.“

Im konkreten Fall war der 13-Jährige zunächst nach Hause gegangen und hatte den Vorfall den Eltern geschildert. Dann erlitt er einen Schwächeanfall und wurde mit Verdacht auf innere Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. „Es hätte auch sein können, dass der Junge zu Hause allein ist. Dann wäre er dort in Not geraten“, sagte der Polizeisprecher.

(dpa)
Mehr von Aachener Nachrichten