Düsseldorf: Fachkräftemangel trifft auch die Bauwirtschaft

Düsseldorf : Fachkräftemangel trifft auch die Bauwirtschaft

Die Bauwirtschaft in Nordrhein-Westfalen leidet unter einem wachsenden Fachkräftemangel. Freie Stellen für Fachkräfte im Hoch- und Tiefbau blieben immer länger unbesetzt, berichtete die Chefin der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit, Christiane Schönefeld, der Deutschen Presse-Agentur. Unternehmen benötigten mittlerweile im Schnitt über fünf Monate, um qualifizierte Mitarbeiter für freie Stellen zu finden.

„Die Situation hat sich seit 2016 deutlich verschärft. In einigen Bereichen der Baubranche und in einigen Handwerksberufen gibt es mittlerweile so wenige gut qualifizierte Bewerber, dass wir von einem Fachkräftemangel sprechen können”, sagte Schönefeld. Ausschlaggebend dafür sei nicht nur die demografische Entwicklung, sondern auch die Tatsache, dass „auch in scheinbar einfachen Berufsfelder die Arbeit durch den Einzug neuer Technologien immer anspruchsvoller wird”.

Händeringend gesucht werden unter anderem Heizungsbauer, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Gas- und Wasserinstallateure, aber auch Tiefbaufacharbeiter, Pflasterer und Facharbeitern für Kanalbau.

Aufgrund der Altersstruktur der Beschäftigen droht in den kommenden Jahren in einigen Bereichen sogar noch eine weitere Verschärfung des Fachkräfteengpasses. Denn gut ein Viertel der im Hochbau beschäftigten Techniker und Meister sind bereits älter als 55 Jahre. Im Tiefbau nähern sich landesweit sogar 28 Prozent der Rentengrenze.

„Angesichts der demografischen Entwicklung droht sich der Fachkräftemangel ohne weitere Maßnahmen wie zum Beispiel die Qualifizierung ungelernter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch weiter auszuwachsen”, warnte Schönefeld.

Sie riet den Unternehmen dazu, verstärkt Mitarbeiter ohne Berufsausbildung zu qualifizieren, um Fachkräfteengpässen rechtzeitig entgegenzuwirken. „Von der Qualifizierung ungelernter Mitarbeiter profitieren die Arbeitgeber, die ihre Fachkräfte im eigenen Betrieb finden. Für die Menschen bedeutet die Qualifizierung eine langfristig bessere Perspektive am Arbeitsmarkt”, warb sie für mehr Engagement der Firmen in diesem Bereich.

Doch fehlen nach Angaben der Arbeitsagentur NRW nicht nur im Baugewerbe Fachkräfte. Auch Softwareentwickler, Lokomotivführer, Gesundheits- und Krankenpflegerinnen sowie examinierte Altenpflegerinnen werden in Nordrhein-Westfalen händeringend gesucht.

(dpa)