Aachen/Jülich/Bonn: Exzellenz-Projekte der RWTH im Spitzenforschungs-Wettbewerb erfolgreich

Aachen/Jülich/Bonn : Exzellenz-Projekte der RWTH im Spitzenforschungs-Wettbewerb erfolgreich

Es geht um Ruhm und Geld: Die RWTH Aachen steht mit fünf Exzellenzclustern in der Endrunde des zentralen Wettbewerbs um Förderung der Spitzenforschung von Bund und Ländern. Das Forschungszentrum Jülich ist an vier dieser Projekte beteiligt und mit vier weiteren Kooperationen mit anderen Universitäten ebenfalls eine Runde weiter.

Bundesweit gingen 195 Anträge bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ein, 88 wurden für die Endrunde ausgewählt. Das teilte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) am Freitag in Bonn mit. "Mit fünf Projekten in der Endrunde rechnet sich die RWTH Aachen gute Chancen aus, weiterhin Exzellenzuniversität bleiben zu können”, sagte Rudolf Mathar, Prorektor für Forschung und Struktur, unserer Zeitung.

Die ausgewählten Skizzen sollen nun bis zum 21. Februar 2018 zu Förderanträgen ausgearbeitet und erneut bei der DFG eingereicht werden. Im September 2018 entscheidet eine Expertenkommission dann, welche 50 Projekte gefördert werden. Die erfolgreichen sogenannten Exzellenzcluster werden ab 1. Januar 2019 für sieben Jahre gefördert. Für die geplanten 45 bis 50 Exzellenzcluster sind dabei jährlich rund 385 Millionen Euro Fördermittel von Bund und Ländern vorgesehen.

Schmachtenberg: „Anstrengungen haben sich gelohnt“

Hochschulen, die zwei Förderungen erhalten, können sich als Exzellenzuniversität bewerben. „Wir hoffen natürlich auf mehr als zwei Projekte”, sagte Mathar. Man habe die Bewerbung als Exzellenzuni schon im Blick. Im Juli 2019 will die DFG verkünden, welche deutschen Universitäten eine Förderung als Exzellenzuniversität erhalten werden. Die RWTH gehört seit etwa zehn Jahren zu den exzellenten Universitäten Deutschlands. Überhaupt sei es ein spannender Tag für die Aachener Hochschule.

Das fand auch RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg: „Die Anstrengungen der vergangenen Jahre in der Forschung und auch bei ihrer strategischen Ausrichtung haben sehr große Anerkennung gefunden”, sagte er am Freitag. Auch das Helmholtz-Forschungszentrum Jülich habe mit seinen Beiträgen für die Cluster wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen.

Bei den von der RWTH ausgewählten Forschungsprojekten geht es um das „Internet der Produktion”, „Die Zukunft des wissenschaftlichen Rechnens”, „Neuroinspirierte Computer: Von neuartigen Materialien zu neuen Berechnungsparadigmen”, „Adaptive Systeme zur Umwandlung von erneuerbarer Energie und Kohlenstoffquellen” und „Materie und Licht für Quanteninformation”.

Cyber-Sicherheit und Robotik, Religion und Politik

Insgesamt kommen 19 Projekte aus Nordrhein-Westfalen in die Endrunde. Ausgewählt wurden neben Projekten der RWTH auch Skizzen der Universitäten Köln, Düsseldorf, Bielefeld, Bochum, Bonn, Dortmund und Münster. Darunter waren Projekte wie „Cyber-Sicherheit im Zeitalter großskaliger Angreifer” (Bochum), „Robotik und Phänotypisierung für nachhaltige Nutzpflanzenproduktion” (Bonn) oder „Religion und Politik. Dynamiken von Tradition und Innovation” (Münster).

„Dieser große Erfolg zeigt, wie leistungsstark der Forschungsstandort Nordrhein-Westfalen ist”, sagte Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen. „Die nordrhein-westfälischen Universitäten sind für die Exzellenzstrategie hervorragend aufgestellt. Ich bin daher zuversichtlich, dass sie auch in der Endrunde überzeugen werden.”

Die 88 ausgewählten Projekte kommen von 41 Hochschulen aus 13 Bundesländern. Thematisch dominieren die Naturwissenschaften (31 Prozent) vor den Ingenieur- (26 Prozent), den Lebenswissenschaften (24 Prozent) und den Geisteswissenschaften (19 Prozent). 26 Projekte waren von mehreren Universitäten eingereicht worden. Zwei von fünf Projekten knüpfen an Vorgängerprojekte der vorausgegangenen Exzellenzinitiative an. Rund zwei Drittel der ausgewählten Skizzen sehen die Beteiligung außeruniversitärer Partner vor.

(mgu/dpa)
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