Bahn in NRW: Experten für weniger Dieselloks auf den Schienen

Bahn in NRW: Experten für weniger Dieselloks auf den Schienen

Experten fordern weniger Diesellokomotiven auf den Schienen in Nordrhein-Westfalen. Der Anteil von Elektroloks soll demnach erhöht werden, um den Schienenverkehr umweltfreundlicher und effizienter zu machen.

Das geht aus Stellungnahmen für den Verkehrsausschuss des Düsseldorfer Landtags am Mittwoch hervor. Die Grünen hatten die Anhörung zum Thema Elektrifizierung von Bahnstrecken in NRW beantragt.

Laut Fahrgastverband Pro Bahn sind 59 Prozent des Schienennetzes in NRW elektrisch betrieben - im bundesweiten Vergleich ein Mittelfeldplatz. Die übrigen 41 Prozent, die von Dieselloks zurückgelegt werden, teilen sich demnach der Güter- und Personennahverkehr zu in etwa gleichen Anteilen. „Der Dieselverkehr ist ein Auslaufmodell“, sagte ein Pro-Bahn-Sprecher.

Nach Einschätzung des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sind Elektroloks deutlich effizienter. Sie beschleunigen im Vergleich zu Dieselloks schneller und erreichten ihr Ziel in kürzerer Zeit. Somit könnten auch mehr Züge auf die Schienen gebracht werden. Ein Güterzug mit einer E-Lok verursacht nach VDV-Angaben zudem nur die Hälfte der Energiekosten.

Die Deutsche Bahn sieht allerdings Probleme bei der derzeitigen Infrastruktur: Um mehr Elektroloks auf die Schiene zu bekommen, müssten zusätzliche Hochspannungsleitungen gebaut werden. „Es müssen zusätzlich Unterwerke, Schaltposten und Kuppelstellen mit entsprechendem Platzbedarf gebaut werden“, heißt es in der Stellungnahme des Unternehmens. Die Bahn schätzt allein den Planungsvorlauf für neue Trassen auf etwa 15 Jahre. Zudem sei die Elektrifizierung im Schienengüterverkehr an manchen Orten nicht möglich, etwa wegen Brandgefahr an Chemiestandorten.

Der VDV hält zudem die hohen Kosten für problematisch. Der Verband schätzt den Finanzbedarf für eine komplette Umrüstung bundesweit auf 11,5 Milliarden Euro.

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr schreibt in seiner Stellungnahme, dass in seinem Netz etwa 80 Prozent der rund 1250 Kilometer bereits mit Elektroloks befahren werden. Auf den verbleibenden Strecken mit Dieselloks sei die Nachfrage geringer. Daher lohne sich eine Umrüstung nur in wenigen Fällen.

In der Stellungnahme der Deutschen Bahn heißt es, dass bis Ende des kommenden Jahres voraussichtlich drei Streckenabschnitte in NRW auf Elektrobetrieb umgestellt werden, darunter die 22 Kilometer lange Strecke von Wesel nach Bocholt. Bis 2025 sollen bundesweit 70 Prozent der Bahnstrecke elektrifiziert sein.

(dpa)
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