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Prozess: Ex-Bordell-Türsteher gesteht Schüsse in Restaurant

Prozess : Ex-Bordell-Türsteher gesteht Schüsse in Restaurant

In einem Restaurant in der Düsseldorfer Innenstadt geraten zwei Gäste aneinander. Es fallen Schüsse. Im Prozess wird drei Jahre später klar: Es ging dabei um das Rotlichtmilieu und eine bekannte Rockergruppe.

Ein Ex-Bordell-Türsteher hat gestanden, in einem Düsseldorfer Restaurant vier Schüsse abgefeuert und damit einen anderen Gast schwer verletzt zu haben. Der 51-jährige Angeklagte sagte am Montag, er habe das Opfer, einen Ex-Kollegen, auf den er nicht gut zu sprechen sei, zum Verlassen des Lokals bewegen wollen.

Er habe ihn aber nicht verletzen wollen, behauptete er beim Prozessauftakt am Düsseldorfer Landgericht. Nur weil das Opfer sich zur Seite bewegt habe, sei er von zwei der Kugeln getroffen worden. Der 51-Jährige wird der Rockergruppe Hells Angels zugerechnet.

Zeugen zufolge hatte er zuvor den Gast nach einem Streit aufgefordert, das Lokal zu verlassen. Als der nicht reagierte, soll der 51-Jährige dem Mann zwei Mal in die Beine geschossen haben.

Das 36-jährige Opfer berichtete am Montag, der Angeklagte sei aggressiv auf ihn zugekommen und habe ihm gesagt: „Hier ist kein Platz für dich.“ Er habe das Lokal aber nicht verlassen, weil er nicht damit gerechnet habe, dass sein Gegenüber in einem belebten Restaurant eine Pistole zückt und schießt.

Er sei nach wie vor in dem Bordell beschäftigt. Der Angeklagte sei dort aber wegen seiner Nähe zu den Hells Angels gefeuert worden. Eine Woche später sei der Geschasste mit rund 25 Rockern in bedrohlicher Weise vor dem Etablissement aufgetaucht.

Der Angeklagte war nach den Schüssen im Restaurant geflüchtet und untergetaucht. Erst zwei Jahre später wurde der ehemalige Mitarbeiter eines Düsseldorfer Großbordells bei der Einreise am Düsseldorfer Flughafen festgenommen. Er hat 20 Vorstrafen. Für den Prozess sind noch drei weitere Verhandlungstage angesetzt. Neben gefährlicher Körperverletzung wird dem Mann auch unerlaubter Waffenbesitz vorgeworfen. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft.

(dpa)