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Essen: Loveparade-Prozess bis auf Weiteres wegen Corona unterbrochen

Aufgrund der Corona-Pandemie : Loveparade-Prozess bis auf Weiteres unterbrochen

Der Loveparade-Strafprozess bleibt wegen der Corona-Krise aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres unterbrochen. In der kommenden Woche angesetzte Sitzungstermine wurden aufgehoben.

Einige Angeklagte sowie Schöffen und Ergänzungsschöffen gehörten zu Risikogruppen, begründete das Landgericht Duisburg am Donnerstag seine Entscheidung. „Einige von ihnen weisen weitere Risikofaktoren für einen schweren oder tödlichen Verlauf im Falle einer Ansteckung auf“, sagte Gerichtssprecher Thomas Sevenheck. Zahlreiche Verfahrensbeteiligte reisten jeweils aus verschiedenen Bundesländern an. Auch seien durchschnittlich etwa 60 Personen in dem fensterlosen, klimatisierten Sitzungssaal über einen langen Zeitraum anwesend.

Ob die Hauptverhandlung am 21. April mit der Anhörung des Sachverständigen Prof. Gerlach fortgesetzt werden kann, stehe noch nicht fest. „Das Gericht hat die Dauer der Unterbrechung zeitlich nicht eingegrenzt.“ Nach einer aktuellen Gesetzesänderung können strafrechtliche Hauptverhandlungen während der Corona-Krise für bis zu drei Monate unterbrochen werden. „Theoretisch wäre deshalb eine Unterbrechung bis Anfang Juni möglich“, so Sevenheck weiter.

Der Prozess war Mitte März unterbrochen worden, weil eine Richterin vorsorglich unter Quarantäne gestellt worden war. Tests bei ihr und einem weiteren beteiligten Richter seien negativ gewesen, sagte der Sprecher weiter. Zuletzt war am 4. März verhandelt worden. Es war der 183. Verhandlungstag.

Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 in Duisburg gab es am einzigen Zu- und Abgang zum Veranstaltungsgelände ein so großes Gedränge, dass 21 Menschen erdrückt und mindestens 652 verletzt wurden. Angeklagt sind drei Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung.

(dpa)