Düsseldorf/Essen: Es bleibt heiß in NRW, doch das bringt auch Probleme für Gewässer

Düsseldorf/Essen : Es bleibt heiß in NRW, doch das bringt auch Probleme für Gewässer

Die wochenlange Hitzewelle macht an Land und im Wasser immer größere Probleme. In Düsseldorf musste eine beliebte Badestelle gesperrt werden, weil sich Algen hier rasant vermehren. Der Rhein ist stellenweise bereits mehr als 27 Grad warm, viele Fischarten sind gefährdet. Die Bauern befürchten Ernteausfälle und ein knappes Angebot an Futtermitteln für ihre Tiere.

Nach wochenlanger Hitze geht es nach einer kleinen Delle zu Beginn der Woche weiter auf Temperatur-Rekordjagd. Derzeit ist ein Tief am Drücker, das passenderweise den Namen „Juli” trägt. Es bringt Ende des Monats von Süd- und Südwesteuropa heiße subtropische Luft nach Mitteleuropa.

Das Badewetter bleibt NRW nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes noch länger erhalten. Am Dienstag rechnet der DWD landesweit mit viel Sonne und Höchstwerten zwischen 30 und 34 Grad, in den Regionen Köln und Duisburg werde es am wärmsten. „Lokal können es dann in Mitteldeutschland sogar bis zu 39 Grad werden!”, so der DWD. Wenn diese Prognose sich bewahrheitet, wird Dienstag der heißeste Tag des Jahres. Bisher war laut DWD 38,0 Grad der Rekord, aufgestellt am 26. Juli in Duisburg-Baerl.

Der Mittwoch werde überall bewölkt und regnerisch bei maximal 28 Grad, mancherorts drohe auch Starkregen. Ab Donnerstag sei dann wieder mit viel Sonne und Temperaturen an die 30 Grad zu rechnen. Gegen Ende der Woche wird es nur minimal kühler. Es bleibt sommerlich mit lokalen Gewittern, „aber die extreme Hitze ist zumindest erst einmal vorbei”, erklärt der DWD.

Hitze sorgt für Blaualgen-Alarm

Am Nordstrand des beliebten Unterbacher Sees in Düsseldorf gilt ab sofort ein Badeverbot, weil die Blaualgenblüte durch die anhaltende Hitze explosionsartig gewachsen ist, sagte Wilhelm Deitermann vom Landesumweltamt am Montag. Bei Menschen können einige Blaualgen-Arten allergische Reaktionen auslösen.

Unbedenklichen Badespaß bei der Hitze versprechen landesweit mehr als 100 Badegewässer mit geprüfter Wasserqualität. Auf der Internetseite www.badegewaesser.nrw.de werden die Messergebnisse für die Badestellen regelmäßig aktualisiert, so der Sprecher des Landesumweltamtes.

Durch die steigende Temperaturen und einen fallenden Sauerstoffgehalt droht in vielen Gewässern ein Fischsterben, teilte das Umweltministerium mit. So habe etwa der Rhein stellenweise eine Temperatur von über 27 Grad erreicht, viele Fische sind in Gefahr. Am Sonntag war die Feuerwehr in Bochum ausgerückt, um das Wasser in einem Stadtteich umzuwälzen und so den Sauerstoffgehalt zu erhöhen. Passanten hatten die Einsatzkräfte alarmiert, weil Hunderte toter Tiere an der Oberfläche trieben.

Durch die große Verdunstung sinken landesweit die Pegelstände der Flüsse und Bäche. Um Gewässer und Fischbestände zu entlasten, lassen Talsperrenbetreiber nach Angaben des Landesumweltamtes derzeit mehr Wasser fließen. So geben die Talsperren der Ruhrzuflüsse aktuell Tausende Liter pro Sekunde ab.

Weil die anhaltende Trockenheit in NRW für Dürre auf den Feldern sorgt und sich erhebliche Ernteeinbrüche in großen Teilen des Landes abzeichnen, fordern die Landwirte Steuererleichterungen und Subventionszahlungen. Nach Angaben des Bauernverbandes wachsen etwa Getreide und Gras nicht ausreichend. Beim Maisanbau rechnet der Rheinische Landwirtschaftsverband (RLV) mit Einbrüchen von bis zu 40 Prozent. Daraus ergäbe sich eine drohende Futtermittelknappheit.

(dpa)
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