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Schafe gerissen: Erstmals freilebender Goldschakal in NRW nachgewiesen

Schafe gerissen : Erstmals freilebender Goldschakal in NRW nachgewiesen

Er ist kleiner als ein Wolf, größer als ein Fuchs und verschmäht auch Schafe nicht: Der Goldschakal. Erstmals wurde jetzt ein wildlebendes Exemplar in Nordrhein-Westfalen amtlich bestätigt.

Es handelt sich um ein männliches Tier, das im August 2020 in Mülheim an der Ruhr ein Schaf gerissen hatte. Ende September sei das Tier nahe der niederländischen Grenze in Kranenburg (Kreis Kleve) erneut genetisch erfasst worden, berichtete das Landesumweltamt (Lanuv) am Freitag in Recklinghausen. Auch dort hatte der Goldschakal Schafe getötet.

Das natürliche Verbreitungsgebiet des sehr anpassungsfähigen Goldschakals liegt in Teilen Asiens und reicht bis nach Zentral-, Ost- und Südeuropa. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Art in Richtung Norden und Westen ausgebreitet. In Deutschland wurden die ersten Tiere ab 1998 nachgewiesen. Laut Lanuv fressen Goldschakale vor allem kleine bis mittelgroße Säugetiere, aber auch Amphibien, Insekten, Fische, Aas und pflanzliche Nahrung. Die Art ist geschützt und darf in Deutschland nicht gejagt werden.

Die genetischen Untersuchungen hatte das Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen vorgenommen. Dort wurde dem Tier die Kennung „GG010m“ zugewiesen. Das Lanuv betonte, dass Präventionsmaßnahmen zum Schutz vor dem Wolf grundsätzlich auch zum Schutz vor Goldschakalen, Füchsen und Hunden geeignet sind. Schaf-, Ziegen- und Gehegewild-Halter in Wolfsgebieten und Pufferzonen könnten Fördermittel etwa für den Erwerb von Elektrozäunen für den Schutz ihrer Herden vor Übergriffen beantragen.

Wer ohne viel Aufhebens in Nordrhein-Westfalen einen Goldschakal aus der Nähe beobachten möchte, wird im Naturzoo Rheine fündig. Dort werden 14 Exemplare gehalten.

(dpa)