Verdacht des Titelmissbrauchs: Ermittlungen gegen AfD-Europakandidat

Verdacht des Titelmissbrauchs : Ermittlungen gegen AfD-Europakandidat

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Titelmissbrauchs gegen den AfD-Kandidaten für die Europawahl, Gunnar Beck, eingeleitet. Der Anfangsverdacht sei bejaht worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Der 53-jährige aus Nordrhein-Westfalen steht auf dem Listenplatz 10 der Partei als „Prof. Dr. Gunnar Beck“. Nachdem Zweifel an dem Professoren-Titel aufgetaucht waren, hatte die AfD auf ihrer Internetseite beide Titel gestrichen. Dort wird Beck nun als „DPhil Barrister-at-Law“ vorgestellt.

Der Bundeswahlleiter hatte erklärt, die Wahlvorschläge mit personenbezogenen Angaben würden von den Parteien eingereicht. „Im vorliegenden Fall hatte die AfD mitgeteilt, dass der Bewerber einen Professorentitel führt“, heißt es in der Erklärung. Beck hatte demnach in der Zustimmungserklärung der Wahlbewerber selbst keinen Titel angegeben.

Der 53-Jährige hatte erklärt, er arbeite seit vielen Jahren als Barrister-at-Law (Rechtsanwalt) und Hochschullehrer in Großbritannien. Nach Recherchen des Deutschlandfunks unterrichtet Beck an der Universität London Europarecht und Rechtstheorie und trägt dort den Titel „Reader in Law“ - nicht aber „Professor“.

(dpa)
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