Ermittlung gegen Bundespolizei nach Auseinandersetzung mit Bahn-Mann

Nach Auseinandersetzung mit Bahn-Mann : Ermittlung gegen Bundespolizei

Nach einer Auseinandersetzung zwischen Bundespolizisten und einem Bahnmitarbeiter am Kölner Hauptbahnhof ermittelt nun die Kölner Polizei.

Das Verfahren zu dem Vorfall, bei dem ein Polizist verletzt wurde, sei aus Gründen der Neutralität an die Kölner Behörde abgegeben worden, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei am Freitag. Als Grund nannte sie Vorwürfe gegen die an der Auseinandersetzung beteiligten Bundespolizisten, ohne weitere Angaben zu machen. Zuvor hatte der „Express“ über die Ermittlungen berichtet.

Laut Bundespolizei hatten die Beamten den Sicherheitsdienstmitarbeiter am Mittwochabend kontrollieren wollen. Sie seien vom Prüfdienst der Bahn gerufen worden, der mit dem Mann „Probleme“ gehabt habe. Weitere Details wurden zunächst nicht mitgeteilt.

Als die Beamten eintrafen, habe der Sicherheitsdienstmitarbeiter telefoniert und die Polizisten trotz Aufforderung, sein Handy wegzustecken, missachtet. Als ein Beamter dann versucht habe, dem 45-Jährigen das Handy wegzunehmen, sei die Situation eskaliert. Demnach schlug der Mann einem Beamten mit der Faust ins Gesicht, während die Polizisten ihn fixierten und ihm Handschellen anlegten. Der verletzte Beamte ließ sich in einem Krankenhaus behandeln.

Die Bundespolizei leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte im besonders schweren Fall sowie Körperverletzung ein. Nach dpa-Informationen hat nun auch der Sicherheitsdienstmitarbeiter der Bahn Strafanzeige gegen die Bundespolizisten gestellt.

Die Kölner Polizei bestätigte am Freitag, dass sie die Ermittlungen übernommen habe. Die Beteiligten sollten vernommen und Videoaufnahmen geprüft werden. Die Bahn wollte sich nicht äußern und verwies auf das laufende Verfahren.

(dpa)
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