Hogesa-Mitgründer beging Suizid: Ermittler widersprechen Gerüchten

Hogesa-Mitgründer beging Suizid : Ermittler widersprechen Gerüchten

In Mönchengladbach wird ein Mitgründer der rechtsextremen Hogesa-Bewegung tot in einer Blutlache gefunden. Rechtsradikale und Hooligans wittern Mord. Die Ermittler widersprechen deutlich.

Nach dem Tod eines polizeibekannten Rechtsextremen in Mönchengladbach gibt es nach Angaben der Ermittler keinen Zweifel an einer Selbsttötung. Der Mann sei psychisch krank gewesen, habe an einer Depression gelitten, berichteten die Ermittler am Freitag in Mönchengladbach. Er habe Antidepressiva genommen - am Fundort seiner Leiche seien entsprechende Verpackungsreste entdeckt worden. Einen Tag zuvor habe er noch wegen Angstzuständen einen Arzt konsultiert.

Außerdem sei der Bereich, in dem seine Leiche gefunden wurde, videoüberwacht. Die Aufnahmen zeigten zwar nicht den Suizid, belegten aber, dass sich der Mann zur Tatzeit allein auf dem Plateau am renommierten Museum Abteiberg befunden habe. Die Tatwaffe, ein Klappmesser, sei am Tatort gefunden worden.

Die Ermittler traten damit zahlreichen Gerüchten und Mordversionen entgegen, die von Rechtsradikalen im Internet verbreitet werden: „Der Suizid ist zweifelsfrei geklärt“, sagte Chefermittler Ingo Thiel.

Von den zahlreichen Stichwunden, die an der Leiche festgestellt worden waren, handele es sich überwiegend um „Probier-Stiche“, auch im Bereich der Handgelenke, sagte Thiel. Behauptungen von Stichwunden auf dem Rücken seien falsch.

Ein Arzt habe den leblosen Mann gefunden und sofort - aber vergeblich - Rettungskräfte gerufen und Maßnahmen eingeleitet. Die Eltern und Angehörige hätten ausgesagt, dass sie nicht überrascht seien und mit so etwas gerechnet hätten - angesichts des Krankheitsbildes.

Die Leiche des 32-jährigen Bremers war am Mittwoch gefunden worden. Ein „Trauermarsch“ von rund 250 Sympathisanten war am Donnerstagabend friedlich verlaufen. Der Mönchengladbacher Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners (CDU) hatte zur Besonnenheit aufgerufen.

Der Tote war nach Polizeiangaben Mitgründer des radikalen Bündnisses „Hooligans gegen Salafisten“ (Hogesa). Die Hogesa-Bewegung hatte besonders im Oktober 2014 für Schlagzeilen gesorgt, als sich bei einer Kundgebung in Köln Hooligans und Neonazis Straßenschlachten mit der Polizei lieferten. Rund 50 Beamte wurden damals verletzt.

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(dpa)