Köln: Ende einer Ära: Kölner Millowitsch-Theater schließt

Köln : Ende einer Ära: Kölner Millowitsch-Theater schließt

Peter Millowitsch wollte über die „Zukunft Millowitsch“ sprechen — und verkündete das Ende: An seinem 70. Geburtstag will er das letzte Mal in einem Schwank mitspielen. Gerüchte gab es schon länger, am Dienstag hat der Kölner Volksschauspieler nun verkündet, dass er Schluss macht.

„Wenn man das Rentenalter erreicht hat, wird es langsam Zeit, darüber nachzudenken, wie man aufhören könnte“, sagt er bei einer Pressekonferenz im Foyer der Volksbühne am Rudolfplatz.

Leicht falle dem 68-Jährigen dieser Schritt nicht, sagte er. „Ich lebe und atme das Millowitsch-Theater, seit ich denken kann.“ Sang- und klanglos wolle er deshalb nicht von der Bühne gehen. „Mit mir endet in Köln eine wunderbare Ära, die über sieben Generationen gedauert hat“, sagte er und musste schlucken. „Es war nicht immer ein Vergnügen — das kann ich ihnen versichern — aber es hat immer Spaß gemacht.“

Peter Millowitsch hat das Theater an der Aachener Straße im Jahr 1998 von seinem Vater Willy übernommen. Willy Millowitsch starb 1999. Vor zwei Jahren wurde aus dem Millowitsch-Theater die Volksbühne am Rudolfplatz, Peter Millowitsch bespielte die Bühne mit seinem Ensemble immer sechs Monate im Jahr.

Geschäftsführer Birger Steinbrück sagte: „Er ist unser Lieblingsmieter, und die Volksbühne wurde immer mit dem Millowitsch-Theater in Verbindung gebracht.“ Der Theaterbetrieb in der Volksbühne am Rudolfplatz läuft aber auch ohne Millowitsch weiter.

„Seit im vergangenen Jahr ein Partner, der einen Teil der finanziellen und organisatorischen Belastung getragen hat, von der Fahne gegangen ist, wird mir das alles einfach zu anstrengend“, sagte Millowitsch. Er meint damit den Ausstieg des WDR, der seine Stücke nicht mehr im Fernsehen überträgt. „Es war unmöglich, dafür einen Ersatz zu finden.“ 63 Jahre lang waren die Millowitsch-Stücke bundesweit im TV übertragen worden.

Bis zum 25. März läuft noch das aktuelle Stück „Wer weiß, wofür et joot es?“, Millowitsch will dann in der Spielzeit 2018/2019 — nach der Fußball-Weltmeisterschaft — das Finale geben. „Zu meinem 70. Geburtstag will ich noch einmal ‚Der Etappenhase‘ spielen“, sagt er. Mit diesem Stück habe im Millowitsch-Theater alles angefangen, er selbst hat bis auf die Hauptrolle und die einzige Frauenrolle im Laufe der Jahre in dem Schwank schon sämtliche Rollen gespielt.

Die Hauptrolle des Anton Pannedeckel war immer Willy Millowitsch vorbehalten — nun wird Peter Millowitsch sie übernehmen. „Für mich schließt sich damit ein Kreis.“ Das Stück „Der Etappenhase“ von Karl Bunje wurde im Millowitsch-Theater erstmals 1936 aufgeführt und seitdem neunmal wiederaufgenommen.

So ganz will Peter Millowitsch nicht abtauchen. „Das heißt jetzt nicht, dass ich gar nichts mehr mache“, sagt er. „Man kann ja auch Regie führen.“ Es gebe auch schon ein Konzept, das müsse aber erst ausreifen. Der Schwank werde nicht komplett von der Volksbühne verschwinden. „Und ganz ohne Theater wär's ja auch eh ein bisschen fad.“

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