Aachen/Wuppertal: Ende der Waffenamnestie: Weniger illegale Waffen zurückgegeben

Aachen/Wuppertal : Ende der Waffenamnestie: Weniger illegale Waffen zurückgegeben

In das Landesamt für zentrale polizeiliche Dienste in Wuppertal (LZPD) werden in diesen Tagen häufiger Pakete hineingewuchtet. Fast täglich kommen Lieferungen aus ganz NRW hier an. Der Endspurt läuft. Waffen und Munition in größerem Umfang werden angeliefert, damit sie ein paar Stunden später vernichtet werden können.

Ein hochkonzentrierter Wasserstrahl zerschneidet die Läufe der Waffen und macht sie unbrauchbar.

In NRW läuft gerade die Amnestie aus. Der Bundestag hatte Mitte Mai 2017 eine Änderung des Waffengesetzes beschlossen. Waffenbesitzer bekamen die Möglichkeit, ihre Waffen binnen eines Jahres nach Inkrafttreten des Gesetzes straffrei bei Waffenbehörden oder der Polizei abzugeben. Besonderer Formulare dafür bedarf es dafür nicht. Eine Ausnahme ist nur vorgesehen, wenn bei den Behörden der Verdacht aufkommt, dass mit der Waffe ein Straftat begangen wurde.

Viele Gründe für die Abgabe

Noch bis zum 1. Juli besteht die Möglichkeit, solche Waffen und Munition straffrei abzugeben. Dann endet die einjährige Waffenamnestie — zum zweiten Mal nach 2009. Damals wurden rund 40.000 Waffen freiwillig abgegeben. Diesmal werden es bis zum Ablauf der Frist wohl deutlich weniger sein, heißt es in Polizeikreisen. Anders als bei der letzten Amnestie haben die Behörden allerdings diesmal nicht die Möglichkeit, illegal besessene Waffen und Munition ihren Besitzern zu überlassen. Sie werden verschrottet.

Bei der Polizei in Düren sind in den letzten Monaten satte 30 Kilogramm Munition und 57 Waffen abgegeben worden. Die Motive, sich davon zu trennen, sind unterschiedlich. Manchmal sei es eine ungewollte Erbschaft, manchmal findet sich die Waffe beim Entrümpeln. „Und manchmal möchte man die Gunst der Stunde nutzen, um sich von einer illegalen Waffe zu trennen“, sagt Polizeisprecherin Ingrid Königs.

Im Polizeipräsidium Aachen wurden seit Amnestiebeginn am 5. Juli 2017 bislang 361 Waffen abgegeben, davon 231 Kurzwaffen und 130 Langwaffen. Die meisten Kurzwaffen waren nicht „scharf“: Häufig sind es so genannte PTB-Waffen, also Reizstoff-, Schreckschuss- und Signalwaffen. Aber auch 14 Luftpistolen oder zwei Bolzenschussgeräte wurden zur Entsorgung abgegeben. Unter den 130 abgegeben Langwaffen sind etwa die Hälfte Luftgewehre, sagt eine Sprecherin. Auch Elektroschocker, Säbel und manche Messer fallen unter das Waffengesetz. Schon deren Besitz ist strafbar. Im Kreis Heinsberg wurden der Polizei in den vergangenen zwölf Monaten neben Vorräten an Munition auch 49 Lang- und Kurzwaffen übergeben.

Mit ihrer Amnestie will die Bundesregierung die Anzahl der illegal zirkulierenden Waffen verringern. Nach Ablauf dieser Frist wird unerlaubter Waffenbesitz wieder mit einer Freiheitsstrafe von einem bis zu fünf Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.