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Nach brutaler Bluttat: Elisenbrunnen erneut ein Fall für Videobeobachtung?

Nach brutaler Bluttat : Elisenbrunnen erneut ein Fall für Videobeobachtung?

Ein Mann wird mitten in der Aachener Innenstadt lebensgefährlich verletzt. Die Täter flüchten in einem schwarzen Wagen. Jetzt sucht die Kripo Zeugen. Ist der Elisenbrunnen ein Fall für die mobile Videobeobachtung?

Die Auseinandersetzung in Aachen endete für einen 20-jährigen Mann beinahe tödlich. Das war am frühen Samstagmorgen zwischen 2 und 2.15 Uhr. Die Ermittlungen einer Mordkommission bei der Aachener Kriminalpolizei in diesem Fall laufen auf Hochtouren.

Soviel scheint den ersten Erkenntnissen nach klar: Zu diesem Zeitpunkt ist es zwischen dem 20-Jährigen und mehreren anderen jungen Männern zu einem Streit im oberen Bereich des Elisengartens mitten in der Innenstadt gekommen. Die Situation eskalierte derart, dass das Opfer laut Kripo und Staatsanwaltschaft durch „scharfe Gewalt“, also Messerstiche oder Schnitte, schwerste Verletzungen davontrug. Die Täter flüchteten dann den Ermittlungen zufolge mit einem schwarzen Wagen.

Die Ermittlungsbehörden suchen nun dringend Zeugen, die möglicherweise die Tat beobachtet haben und zur Identifizierung der Täter beitragen können. Wer etwas gesehen hat, kann sich unter den Telefonnummern 0241/957731101 (bis 16 Uhr) beziehungsweise 0241/957734210 oder 0241/95770 (nach 16 Uhr) melden.

Der 20-Jährige schleppte sich nach der Tat stark blutend durch den Elisengarten und weiter bis zum Stadttheater, wo er schließlich zusammenbrach. Dort wurde er glücklicherweise von Passanten gefunden. Die alarmierten Rettungskräfte konnten das Opfer so stabilisieren, dass es im Klinikum notoperiert werden konnte. Der 20-Jährige ist mittlerweile außer Lebensgefahr.

Lange Blutspur in Aachens Innenstadt

Die Polizei hatte mit einem Großeinsatz den gesamten Bereich weiträumig zwecks Spurensicherung stundenlang abgesperrt. Nach Informationen unserer Zeitung war das Opfer selbst ebenfalls bewaffnet, nämlich mit einer Gaspistole, die der 20-Jährige auf seinem Weg im Bereich des Elisenbrunnens weggeworfen haben soll. Oberstaatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts wollte dies am Montagmorgen nicht bestätigen. Auf Nachfrage wollte sie es jedoch auch nicht dementieren.

Die brutale Tat könnte auch abermals Rufe nach einer erneuten Videobeobachtung des Bereichs Elisenbrunnen laut werden lassen. Im Jahr 2008 hatte die Polizei dort Kameras aufhängen lassen, weil der Elisenbrunnen als Kriminalitätsschwerpunkt eingestuft wurde. In den beiden folgenden Jahren ging die Zahl der registrierten Straftaten im Bereich Raub, Taschendiebstahl und Körperverletzung dort dann auch deutlich zurück, im ersten Jahr um 14 und im zweiten Jahr nochmals um 17 Prozent.

2010 wurden die Videoanlagen dort dann wieder abgeschaltet und nochmals zwei Jahre später endgültig abgebaut, weil man den Bereich nicht mehr als Kriminalitätsschwerpunkt einstufte, was jedoch laut Polizeigesetz Voraussetzung für eine Videobeobachtung ist.

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Straftaten dort wieder gestiegen – von 107 Fällen im Jahr 2019 auf 132 Fälle im Jahr 2021 trotz zeitweiligen Corona-Lockdowns. Durchaus möglich also, dass auch der Elisenbrunnen ein zeitweiliger Einsatzort der geplanten mobilen Videobeobachtung sein könnte, die die Aachener Polizei in Kürze einführen will. In den bisherigen Planungen sind dem Vernehmen nach vor allem innerstädtisch der Kaiserplatz und in der Städteregion der Alsdorfer Annapark dafür vorgesehen.

(stm)