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Weiter Ausfälle im Bahnverkehr: Eiszeit hält Nordrhein-Westfalen in Schach

Weiter Ausfälle im Bahnverkehr : Eiszeit hält Nordrhein-Westfalen in Schach

Der viele Schnee macht fast ganz NRW zum Winterwonderland. Wegen des Wetters kommt es im Zugverkehr allerdings weiter zu Ausfällen. Wie lange bleibt es so klirrend kalt?

Das eisige Winterwetter bleibt Nordrhein-Westfalen noch erhalten. Am Donnerstag werde mit Höchsttemperaturen zwischen minus 1 Grad im Rheinland und bis zu minus 8 Grad im Bergland gerechnet, erklärte der Deutsche Wetterdienst in Essen. Die nächsten Tage werden aber sonniger. In Westfalen türmte sich der Schnee teils bis zu einer Höhe von 30 Zentimetern. Das nutzten Menschen zu einem Winterausflug auf Langlaufskiern.

Auch hier in der Region war es in der Nacht zu Mittwoch kalt. Allerdings befanden sich die Temperaturen keineswegs auf Rekordniveau, wie Wetterexperte Bodo Friedrich vom Online-Portal Eifelwetter.de berichtet. In Mützenich wurde als Tiefstwert Minus 13,8 Grad gemessen, in Aachen-Orsbach Minus 11. Die vom Deutschen Wetterdienst zur Verfügung gestellten jährlichen Temperatur-Tiefstwerte in der Region aus den vergangenen Jahrzehnten zeigen, dass die Menschen in Heinsberg in den Jahren 1997 (Minus 19,9 Grad) und 2009 (Minus 20,8) deutlich mehr gefroren haben.

„Vor allem der Wind sorgt im Moment dafür, dass wir die Temperaturen als kälter empfinden, als sie wirklich sind“, sagt Friedrich. Der Wetterexperte prognostiziert: „Die nächsten Tage bleibt es kalt. Aber den Tiefstwert dürften wir jetzt erreicht haben, die Temperaturen sollten jetzt sukzessive leicht steigen.“

Der Zugverkehr lief immer noch holprig. Die Lage im besonders betroffenen nördlichen Nordrhein-Westfalen entspanne sich, doch gebe es weiter Einschränkungen, erklärte die Deutsche Bahn. Für einige Linien wurden Ausfälle gemeldet oder die Strecken wurden nur auf Abschnitten befahren. Bei der Nordwestbahn waren in Ostwestfalen mehrere Verbindungen noch bis Donnerstag eingestellt.

Fast ganz Nordrhein-Westfalen lag unter einer mehr oder weniger dicken Schneedecke. Die meisten Flocken hat der Norden abbekommen. Im Raum Bielefeld lagen am Mittwoch laut Wetterdienst 30 Zentimeter Schnee, am Flughafen Münster/Osnabrück waren es 27 Zentimeter, im Ruhrgebiet verbreitet 5 bis 10 Zentimeter. In Kleve am Niederrhein war die weiße Pracht 16 Zentimeter hoch, aus der Eifel wurden 3 Zentimeter gemeldet.

In Bergkamen brach ein zehnjähriger Junge in einen zugefrorenen Ententeich ein. Mit einer mutigen Aktion wurde das Kind, das bis zur Brust im eiskalten Wasser stand, mit Hilfe einer Leiter von zwei Anwohnern gerettet. Der Retter legte die Leiter auf die Eisfläche, näherte sich vorsichtig mit Unterstützung einer weiteren Helferin und zog das Kind aus dem Wasser. Der Junge befand sich fünf Meter vom Ufer entfernt.

Die Stadt Aachen warnte vor dem Betreten von Eisflächen. Das sei gefährlich und nicht erlaubt. Auch nach mehreren aufeinander folgenden klaren Nächten mit deutlichen Minusgraden sollte man die Gefahren beim Eislaufen nicht unterschätzen. Der Ruhrverband in Essen betonte, das Betreten der Eisflächen und das Schlittschuhlaufen auf Stauseen und Talsperren sei lebensgefährlich und verboten. „Die Gefahr, dass eine scheinbar tragfähige Eisfläche plötzlich nachgibt, besteht grundsätzlich bei jedem See oder Teich“, erklärte der Verband. Die Stadtwerke Wuppertal berichteten von vielen Meldungen über eingefrorene Wasserleitungen.

Der kälteste Ort in Nordrhein-Westfalen war in der Nacht zu Mittwoch Lippstadt bei Paderborn. Minus 23 Grad seien dort gemessen worden, teilte der Deutsche Wetterdienst in Essen mit. In Arnsberg wurden minus 22 und in Werl minus 20 Grad gemessen. Die Nacht zu Donnerstag soll in NRW mit Temperaturen zwischen minus 8 und bis zu minus 13 Grad nicht mehr ganz so frostig sein.

Nach Angaben des Wetterdienstes bleibt es erstmal eiskalt. Allenfalls das Rheinland könnte am Sonntag leicht in die Plusgrade kommen, sagte ein Sprecher. Nach dem Wochenende sei aber eine Wetteränderung in Sicht, es könnte wärmer werden.

(lv/dpa)