Eine NRW-Arztpraxis betreut im Schnitt rund 940 Einwohner

Gefälle zwischen Land und Stadt : Eine NRW-Arztpraxis betreut im Schnitt rund 940 Einwohner

Fast 19.000 Arztpraxen gab es im Jahr 2016 in NRW. Das Gefälle zwischen Stadt und Land ist groß. Im ländlichen Raum betreut eine Praxis im Schnitt mehr als dreimal so viele Einwohner als in der Stadt.

Die Gesundheitsbranche in Nordrhein-Westfalen wächst. Mehr als eine Million Menschen arbeitet in Krankenhäusern, Arztpraxen, im Rettungsdienst, Gesundheitsschutz oder in den Verwaltungen. Das Statistische Landesamt für Nordrhein-Westfalen hat am Dienstag in Düsseldorf über Gesundheitsthemen berichtet. Die Branche hat Gewicht: Seit 2010 ist die Gesundheitswirtschaft mit einem Anstieg von 14,4 Prozent fast doppelt so stark gewachsen wie die NRW-Gesamtwirtschaft.

  • Die Gesundheitsausgaben pro Kopf lagen 2016 bei 4344 Euro – das war etwas mehr als der Bundesdurchschnitt von 4330 Euro. NRW-weit wurden im Gesundheitswesen fast 78 Milliarden Euro ausgegeben. Den größten Brocken, nämlich gut 58 Prozent, trug die gesetzliche Krankenversicherung.
  • Insgesamt gab es 18 865 Arztpraxen, in denen ein oder mehrere Mediziner die Patienten behandeln. Auf eine Praxis in NRW kamen 2016 durchschnittlich 939 Einwohner. Allerdings ist das Verhältnis im ländlichen Raum viel ungünstiger: Dort betreuen Arztpraxen
  • im Schnitt mehr als dreimal so viele Einwohner wie in städtischen Gebieten. Noch deutlicher ist der Unterschied bei Fachärzten.
  • Der Trend der vergangenen zehn Jahre: „Immer mehr Patienten werden in kürzerer Zeit behandelt“, erklärte das Statistische Landesamt. Die Zahl der Krankenhäuser ging - vor allem durch Zusammenschlüsse - zurück, von 418 im Jahr 2008 auf 344 im Jahr 2017. Seit 2008 ist aber das ärztliche Personal um mehr als 28 Prozent angestiegen, das Pflegepersonal um knapp zehn Prozent. Rein rechnerisch behandelte jedes Krankenhaus im vorigen Jahr 13 400 Patienten.
  • Welche Diagnose stellten die Krankenhausärzte am häufigsten? Krankheiten des Kreislaufsystems lagen an erster Stelle, gefolgt von solchen des Verdauungssystems und Krebserkrankungen. Allerdings spielt auch das Alter eine Rolle. Bei jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 39 Jahren waren psychische und Verhaltensstörungen die häufigsten Diagnosen der Krankenhausärzte. Bei den über 65-jährigen Männern und Frauen wurden Krankheiten des Kreislaufsystems am häufigsten festgestellt.

(dpa)
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