NRW und Bayern im „Digitallabor“: Einbürgerung in Deutschland bald online möglich

NRW und Bayern im „Digitallabor“ : Einbürgerung in Deutschland bald online möglich

Die Einbürgerung in Deutschland soll durch ein Online-Verfahren wesentlich vereinfacht werden. Daran basteln Nordrhein-Westfalen und Bayern derzeit in einem „Digitallabor“.

Das Angebot werde voraussichtlich Ende 2020 zur Verfügung stehen, kündigte NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) am Freitag in Düsseldorf an.

Der digitale Antrag werde Einbürgerungswilligen künftig zahlreiche Hilfestellungen bieten, etwa Video-Anleitungen und einen Schnelltest, ob die Anforderungen erfüllt werden. „Einbürgerungen liegen im besonderen Interesse der Landesregierung“, erklärte Stamp. „Sie krönen erfolgreiche Integration und vermitteln alle Rechte und Pflichten.“ Ziel sei, dass NRW für alle, die hier dauerhaft leben, zur Heimat werde.

Nach Zahlen des Ministeriums haben Ende 2018 mehr als zehn Millionen Menschen mit ausländischem Pass in Deutschland gelebt, davon fast 2,7 Millionen in NRW. Lediglich ein Prozent von ihnen habe sich aber im gleichen Jahr einbürgern lassen: über 112 000 bundesweit, davon fast 28 000 in NRW.

Dabei sei der Kreis der potenziell Berechtigten deutlich größer. „Etwa jede zweite Person mit ausländischer Staatsangehörigkeit lebt bereits seit mindestens acht Jahren in NRW und hat somit die erforderliche Aufenthaltsdauer erreicht“, teilte das Ministerium mit. Weitere Voraussetzungen für eine Einbürgerung seien unter anderem ausreichende Deutschkenntnisse, die eigenständige Sicherung des Lebensunterhalts und das Bekenntnis zum Grundgesetz.

Am Digitallabor experimentieren derzeit Vertreter der Einbürgerungsbehörden Bielefeld, Köln, Solingen, München sowie der Kreise Rhein-Sieg und Mühldorf am Inn. Unterstützt werde die Entwicklung auch von IT-Experten der Bundes- und Landesbehörden. Privatpersonen nähmen ebenfalls an den Tests teil.

(dpa)
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