Düsseldorf/Aachen: Einbruch: 45 Intensivtäter in NRW gefasst, 0 in Aachen

Düsseldorf/Aachen: Einbruch: 45 Intensivtäter in NRW gefasst, 0 in Aachen

Die neuen Schwerpunktbehörden der nordrhein-westfälischen Polizei gegen überregionale Diebesbanden verzeichnen erste Erfolge. In den vergangenen drei Monaten konnten Experten des Landeskriminalamts bereits 45 Intensivtäter fassen, die rund 300 Straftaten begangen haben.

Das berichtete NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Montag in Düsseldorf. Jäger, der jetzt den Vorsitz der Innenministerkonferenz übernimmt, will auch bundesweit eine Vernetzung der Sicherheitsbehörden erreichen.

In NRW wurden im vergangenen Sommer insgesamt 20 Experten in 16 Schwerpunktbehörden zusammengezogen, um internationale Einbrechertruppen hinter Schloss und Riegel zu bringen. „Unsere Strategie hat Wirkung“, bilanzierte Jäger. In den vergangenen drei Monaten konnte die NRW-Polizei 45 Intensivtäter fassen, denen 300 Straftaten zur Last gelegt werden. Keinen Erfolg kann das Polizeipräsidium Aachen für diesen Zeitraum vermelden, das Schwerpunktbehörde für die Region Aachen, Düren und Heinsberg ist: An den Grenzen zu Belgien und den Niederlanden wurde im Rahmen des neuen Konzepts bislang kein Intensivtäter gefasst, teilte die Aachener Behörde auf Anfrage mit. Im Sommer wurde einer der landesweit 20 Spezialisten dem Aachener Polizeipräsidium zugeschlagen.

Stärkerer Druck auf Salafisten

Trotz der landesweiten Erfolge sei die Aufklärungsquote bei Einbruchsdiebstahl insgesamt noch sehr niedrig, räumte Jäger ein. Nur etwa jeder siebte Wohnungseinbruch in NRW kann aufgeklärt werden. „Alle Experten des Bundes und der Länder gehen davon aus, dass der deutliche Anstieg der Einbruchskriminalität auf reisende Banden — insbesondere auch aus Südosteuropa — zurückzuführen ist“, sagte Jäger. „Wenn man Probleme lösen will, muss man Ursachen auch ehrlich benennen.“ Dazu gehöre die Tatsache, dass von der zunehmenden Freizügigkeit in Europa auch Kriminelle profitierten, die früher an nationalen Grenzen abgewiesen werden konnten. Ihnen müsse länderübergreifend das Handwerk gelegt werden. „Strafverfolgung darf nicht an bürokratischen Hürden scheitern.“

Vernetzung der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern will Jäger auch beim Kampf gegen Neonazis und Salafisten vorantreiben. „Wir wollen junge Menschen vor einem Absturz in den Extremismus schützen und Hasspredigern ihre Grenzen aufzeigen“, sagte er. Der Kontrolldruck auf die salafistischen Rädelsführer müsse erhöht und zugleich die politische Aufklärung über die Abgründe dieser gewaltbereiten Muslime verstärkt werden. Dabei müssten die Bundesländer endlich „über ihre Grenzen und Tellerränder hinüberschauen“. In NRW hat sich die Zahl der Salafisten in den letzten zwei Jahren nach Beobachtungen des Verfassungsschutzes in den letzten zwei Jahren auf 1500 fast verdreifacht.

(dpa/jn/udo)
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