Herzogenrath: Ein „Pöbelkatholik” in Herzogenrath

Herzogenrath: Ein „Pöbelkatholik” in Herzogenrath

Was treibt Matthias Matussek, Spiegel-Redakteur, nach Herzogenrath? Eine Provokation, genauer: sein Buch „Das katholische Abenteuer”, das er auch genauso im Untertitel anpreist.

Matussek war mit einer pointierten Lesung Stargast der 14. Kölner Liturgischen Tagung. Die Tagung ist im traditionalistisch-konservativen Lager des deutschen Katholizismus angesiedelt. Matussek, der sich der überwiegend klerikalen Zuhörerschaft als „Pöbelkatholik” vorstellte, teilte im verbal geschliffenen Rundumschlag kräftig aus: Er sei Katholik, und das sei auch gut so, die allgegenwärtige Bekenntnisarmut in Deutschland öde ihn an, der Zustand der deutschen katholischen Kirche sei beklagenswert.

Es falle zu viel gewöhnliches Tageslicht auf die spirituelle Gegenwelt. Während die Zahl der Gottesdienstbesucher schneller sinke als die des Priesternachwuchses, befinde sich die Kirche nur noch und permanent im Verteidigungsmodus.

Die einzige Antwort der Amtskirche sei das Bestreben nach Veränderung, mit der er allerdings wenig zu schaffen hat. Sein Fazit: „Die Sakralität ist abhandengekommen”, die Kirche befinde sich auf einem unheilvollen Weg der schleichenden Protestantisierung, und kaum einer bekomme das mit.

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