Aachen/Trier: Eifelsteig bekommt Wegepaten

Aachen/Trier: Eifelsteig bekommt Wegepaten

Blasenfreies Wandern kann Manfred Rippinger auf dem Eifelsteig nicht garantieren. Aber der Hauptgeschäftsführer des Eifelvereins verspricht eine lückenlose Markierung auf dem sogenannten Premium-Wanderweg von Aachen nach Trier. Sie soll sicherstellen, dass kein Wanderer vom Weg abkommt.

Und zwar selbst dann nicht, wenn er ohne Karte und ohne erfahrenen Wanderführer losläuft. „Es ist die Philosophie von Wanderwegen, dass sie so markiert und ausgeschildert sind, dass man sich nicht verlaufen kann”, sagt Rippinger. Nun hat der Eifelverein das Wegemanagement von Eifelsteig und Partnerwegen übernommen, wie die Marketingorganisation der Eifel, Eifel-Tourismus, mitteilt.

„Der Eifelverein war von Beginn an involviert”, blickt Manfred Reh von Eifel-Tourismus zurück auf die Eröffnung im April 2009. „Aber jetzt liegt das Wegemanagement in einer Hand.” Alle Wege des Eifelsteigs samt Erlebnisschleifen nimmt der Eifelverein in eine digitale Datenbank auf. Reh und seine Kollegen sind froh, dass der Eifelverein diese Aufgabe übernimmt. „Das Wegekataster muss digital fortgeführt werden”, betont Reh. „Damit wir schnell reagieren können.” Und weil Reh und seine Kollegen das nicht stemmen können, kümmert sich der Eifelverein darum. Der bringt über 100 Jahre Erfahrung mit, wenn es um das Markieren, Pflegen und Erhalten von Wanderwegen geht.

„Alle Infos vom Wegeschildchen bis zu Routenführung werden digital in einer großen Datenbank gespeichert”, erklärt Rippinger. Und die pflegt und aktualisiert der kommunale Wegemanager. „Der hat alles zu koordinieren, muss Material verteilen, bei Sturmschäden temporär einen Weg umlegen oder dauerhaft eine nicht mehr zeitgemäße Strecke umplanen”, erläutert er den Job. Auf eine halbe Stelle schätzt er den Arbeitsaufwand eines Wegemanagers. Der wiederum verlässt sich auf die ehrenamtlichen Wegepaten. Das sind Mitglieder des Eifelvereins, die einen zugeteilten Streckenabschnitt, rund 15 Kilometer lang, vier Mal im Jahr ablaufen, erklärt Rippinger. Bei Bedarf laufen sie auch öfter. Sie kümmern sich um kleinere Arbeiten, schneiden Wege frei, sprühen Markierungen an und melden Schäden an die Kommune. Die schaut dann, ob sie das Material auf Lager hat und schickt, sofern nötig, den Bauhof für die Reparatur aus. Wie viel Arbeitsstunden die Wegepaten investieren? „Das ist eine Daueraufgabe”, sagt Rippinger. Der Aufwand variiert, je nach Vandalismus und Unwetter.

Reh erinnert an die Sturmschäden nach Tief „Xynthia” im vergangenen Frühjahr. „Da musste man schnell reagieren, den Bauhof dazu nehmen, Umleitungen ausschildern, die Arbeit koordinieren.” Ein digitales Wegemanagement erleichtert das. „Die Wegepaten und Kommunen können sich tagesaktuell den Zustand des Weges online anschauen”, sagt Rippinger.

Einen Wanderführer - ob auf Papier oder in Persona - kann das digitale Wegemanagement nicht ersetzen. Soll er auch gar nicht. „Nicht jeder hat Lust, nach den Vorgaben der Richtungsweisung vor Ort zu gehen”, sagt Rippinger. „Manche Wanderer wollen etwas erleben und erfahren. Das kann man sich anlesen oder sich die Dinge am Wegesrand erklären lassen.”