Düsseldorf: Ehemalige Aachener Staatsanwältin wird erste Opferschutzbeauftragte in NRW

Düsseldorf : Ehemalige Aachener Staatsanwältin wird erste Opferschutzbeauftragte in NRW

Als zentrale Anlaufstelle für Opfer von Straftaten hat Nordrhein-Westfalen als erstes Bundesland eine Opferschutzbeauftragte berufen. Die frühere Kölner Generalstaatsanwältin Elisabeth Auchter-Mainz werde eine „kritische Wächterin der Opferrechte“ sein, erklärte NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) am Dienstag in Düsseldorf nach der Berufung der ersten Opferschutzbeauftragten durch das Landeskabinett.

Zudem solle die 66-jährige Juristin den Anliegen von Kriminalitätsopfern in der nordrhein-westfälischen Gesellschaft „Gehör verschaffen und der Politik kluge Impulse geben“, kündigte Biesenbach an. In ihrer praktischen Alltagsarbeit werde Frau Auchter-Mainz mit ihrem vierköpfigen Team als „Lotsin“ Kriminalitätsopfern niederschwelligen und unbürokratischen Zugang zu den verschiedenen Angeboten der Opferhilfe verschaffen.

Zwar gebe es bereits in Berlin eine ähnliche Einrichtung, erläuterte der Minister. Doch Befugnisse und Ausstattung der Opferschutzbeauftragten in NRW seien bisher „bundesweit einmalig“. Als Leiterin der Staatsanwaltschaft Aachen habe Frau Auchter-Mainz bereits für Furore gesorgt, als sie ein Sonderdezernat für Straftaten zum Nachteil von Senioren errichtet habe, sagte Biesenbach. Damit habe sie erstmals „Kriminalität vom Opfer“ gedacht und deutschlandweit „Pionierarbeit“ geleistet. Dies werde nun auch in ihrem neuen Amt als Opferschutzbeauftragte notwendig sein.

Mit der Berufung dieser Beauftragten wolle die Landesregierung das Vertrauen der Bürger in den Rechtsstaat zurück gewinnen, betonte der Justizminister. Es genüge nicht, nur die Straftäter im Blick zu haben. Von immer größerer Bedeutung sei eine „konsequente opferorientierte Justizpolitik“.

Frau Auchter-Mainz versicherte nach ihrer Berufung durch das Landeskabinett, sie wolle „entschieden für die Interessen der Opfer streiten“. Dabei werde sie gesellschaftliche Entwicklungen „konstruktiv und kritisch“ begleiten.

Sie nehme ihr Amt unabhängig wahr und stehe allen Menschen in diesem Lande gleichermaßen zur Verfügung. „Ich werde nicht bequem sein, denn dieses Amt ist nicht bequem“, sagte die neue Opferschutzbeauftragte. In ihrem neuen Amt wolle sie die Stimme derer sein, „die oftmals keine Kraft mehr haben, ihre Stimme zu erheben“.

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