Düsseldorf: Düsseldorf: Demonstranten in Konsulat und bei den Grünen

Düsseldorf: Düsseldorf: Demonstranten in Konsulat und bei den Grünen

Aktivisten einer Menschenrechtsgruppe sind in Düsseldorf in ein Konsulat und ein Gebäude der Grünen eingedrungen. Etwa zehn Demonstranten gelangten am Freitag in das französische Generalkonsulat. Zudem drangen weitere Aktivisten in die Landesgeschäftsstelle der Grünen ein.

Die Demonstranten im Konsulat forderten die Aufklärung des Todes eines Migranten in Calais, wie die Polizei mitteilte. Sie hielten sich in einem Vorraum auf und waren nicht bewaffnet. Die Polizei versuchte, die Personen zum Verlassen des Gebäudes zu bewegen. Weitere 25 Protestierende hielten sich den Angaben zufolge vor dem Konsulat auf. Am Nachmittag begannen die Beamten mit der Räumung des Vorraums. Die Aktivisten wurden in Polizeigewahrsam gebracht.

Die Aktivisten des „No Border Camps” teilten mit, in den vergangenen sieben Monaten habe es drei als Selbstmord zu den Akten gelegte Todesfälle bei Einwanderern in Calais gegeben. Zuletzt sei am 7. Juli ein Sudanese unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen.

Weiteres Ziel der Protestierenden war die Landesgeschäftsstelle der Grünen. Etwa 30 bis 40 Menschen drangen in die Räume ein, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Aktivisten forderten, die Grünen sollten sich dafür einsetzen, dass am Johannes-Rau-Platz protestierende Flüchtlinge künftig dort in einem Zelt übernachten dürfen. Derzeit sei das nicht erlaubt. Als „Ausdruck der Solidarität” fordern die Besetzer von den Grünen, das Zelt am Rheinufer aufbauen zu lassen, hieß es in einer Mitteilung.

Jörg May, Finanzreferent der Grünen, sagte, die Aktivisten hätten sich mithilfe eines falschen Postboten Zugang zu der Geschäftsstelle verschafft. Sie verlangten seinen Angaben zufolge ein Gespräch mit einem politischen Entscheidungsträger und hängten Transparente aus dem Fenster. Sie hätten sich friedlich im ersten Stock des Gebäudes versammelt. „Sie sind nicht bedrohlich”, betonte er. May sagte weiter, die Geschäftsstelle sei wegen der Urlaubszeit nur mit drei Mitarbeitern besetzt gewesen. Die Aktion dauerte am Freitagnachmittag an.

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