Krefeld: Drohnen sollen bei Wasserwacht am Rhein zum Einsatz kommen

Krefeld : Drohnen sollen bei Wasserwacht am Rhein zum Einsatz kommen

Bereits in diesem Jahr hat es mehrere Tote gegeben, die im Rhein ertrunken sind - oft wurden sie mehrere Tage gesucht. Um dieses Problem zu lösen, fordern Rettungsschwimmer einen flächendeckenden Einsatz von Drohnen.

Immer wieder hört man von Menschen, die sich bei warmem Wetter wie in den letzten Tagen kurz im kühlen Nass des Rheines abkühlen wollen. Das ist streng verboten - nicht ohne Grund. Die Strömung im größten Fluss NRWs ist höchst gefährlich und können die Schwimmer unter Umständen ihr Leben kosten.

Bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) in NRW sind deshalb ehrenamtliche Rettungsschwimmer im Einsatz, um die Sicherheit an Gewässern zu gewährleisten. In Gefahrensituationen kommen die etwa 6500 Retter aber oft an ihre Grenzen. Besonders das Ausfindigmachen von vermissten Personen gestaltet sich oft schwierig - egal, ob die verunglückten Menschen noch um ihr Leben kämpfen oder schon ertrunken sind.

Aus diesem Grund erhoffen sich die Rettungsschwimmer Unterstützung durch technische Hilfsmittel wie Drohnen. Wie die Rheinische Post berichtet, könnten sie eine große Entlastung bei der Gewässerüberwachung darstellen, da so unübersichtliche weite Flächen schneller überblickt werden können. Auch sind die speziellen Drohnen, die für die Menschenrettung ausgelegt sind, mit einer Wärmebildkamera ausgestattet. Das erlaubt es den Helfern, auch im Dunkeln die Suche fortzusetzen.

Technische Voraussetzungen sind gegeben

Trotz aller Vorteile kommen die Drohnen zur Überwachung bisher kaum zum Einsatz. Die technischen Voraussetzungen sind zwar gegeben, bislang scheitert es aber an den Kosten eines solchen Hilfsmittels - sie belaufen sich auf etwa 2500 Euro. Da die Rettungsschwimmer oft freiwillig und ehrenamtlich im Einsatz sind, können sie diese Kosten einfach nicht decken. Deshalb appellieren die DLRG und auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) nun an die Politik.

Das DRK in Krefeld leistet auf diesem Gebiet Pionierarbeit. Die Wasserwacht verfügt über zwei Drohnen, die als Rettungsgerät eingesetzt werden. Auch die DLRG arbeitet momentan an einem Plan, wie man Drohnen verstärkt zur Aufklärung und Suche einsetzen kann.

Nicht nur an Flüssen

Am Meer wird in diesem Jahr zum ersten Mal auf die Hilfsmittel zurückgegriffen. Die DRK-Wasserwacht hat zur Überwachung der Ostseestrände in Mecklenburg-Vorpommern 18 Drohnen angeschafft. Anders als in NRW werden sie dort auch zur aktiven Rettung eingesetzt. Sie sind in der Lage, einen Schlauch zu transportieren, der bei Notfällen abgeworfen werden kann und sich selbstständig aufbläst.

(can)
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