Köln: Drogenrazzia im Rheinland: Bande soll „Legal Highs” produziert haben

Köln : Drogenrazzia im Rheinland: Bande soll „Legal Highs” produziert haben

Bei länderübergreifenden Ermittlungen hat die Polizei im Großraum Köln ein Drogenlabor ausgehoben und zwei Männer verhaftet. Vier weitere Verdächtige wurden bei der Razzia vorübergehend festgenommen, wie das Bayerische Landeskriminalamt am Mittwoch mitteilte. Die Männer sollen sogenannte neue psychoaktive Stoffe - auch „Legal Highs” genannt - hergestellt und vertrieben sowie mit Betäubungsmitteln gehandelt zu haben.

Ihren Ausgang hatten die Ermittlungen im bayerischen Landkreis Landshut genommen, wo im Oktober vergangenen Jahres ein 30 Jahre alter Mann festgenommen worden war. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Hauptorganisator des Drogenhandels soll ein 51-Jähriger aus dem Oberbergischen Kreis sein. Gegen ihn erging ebenso Haftbefehl wie gegen einen 34 Jahre alten Mann, der für die Herstellung der Drogen verantwortlich gewesen sein soll.

Bei den Durchsuchungen am Dienstag stellten die Ermittler bei dem 51-Jährigen eine Schusswaffe und Munition sicher. Der 34-Jährige war ebenfalls bewaffnet. Er habe bei der Festnahme erheblichen Widerstand geleistet und sei leicht verletzt worden. In dem von ihm bewohnten Haus sei neben einem Drogenlabor auch eine Marihuana-Plantage gefunden worden. Insgesamt durchsuchten die Ermittler elf Objekte.

Die übrigen aus Köln, dem Oberbergischen Kreis und dem Märkischen Kreis stammenden Verdächtigen sollen für die Beschaffung der Drogen-Grundstoffe, das Eintreiben von Geldern und für die Internetplattform verantwortlich gewesen sein.

Die Durchsuchungsaktion war den Angaben zufolge die erste nach dem Inkrafttreten des „Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes”. Seit November 2016 ist es demnach verboten „psychoaktive Stoffe” zu erwerben, zu besitzen oder damit zu handeln. Die Droge wird oft als Kräutermischung oder Badesalz verkauft, ist aber mit synthetischem Rauschgift vermischt und sorgt seit einiger Zeit für eine zunehmende Zahl von Todesfällen. Herstellern und Vertreibern der Droge drohen bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafen.

(dpa)
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