Hunderte Beamte im Einsatz: Drogennetzwerk in der Euregio aufgeflogen

Hunderte Beamte im Einsatz : Drogennetzwerk in der Euregio aufgeflogen

Mit rund 200 Beamten hat die Polizei am Dienstag im niederländischen Südlimburg ein großes Drogennetzwerk aufgedeckt, das jahrelang in großem Stil Cannabis gezüchtet und illegal in den Kreislauf gebracht hatte.

Im Zentrum der hauptsächlich von Albanern gelenkten Vereinigung stand eine Firma in Geleen mit Niederlassungen in Belgien und in Deutschland, die 90 Häuser entweder gekauft oder gemietet hatte. In 15 davon wurden insgesamt 12.000 Hanfpflanzen entdeckt und beschlagnahmt, dazu 25 Kilogramm getrocknete Haschpflanzen, falsche Ausweise, eine Waffe mit Munition und vier Autos.

Insgesamt wurden nach Berichten der Tageszeitung „De Limburger“ 15 Verdächtige inhaftiert, auch in Belgien und Deutschland. Die Machenschaften blieben jahrelang unentdeckt, weil alle Alarmsysteme versagten: Die Polizei hatte zu wenig Personal für eine gründliche Untersuchung. Angeblich unbewohnte Häuser wurden jahrelang genutzt und für sie Miete, Steuern und Energiekosten (von der Firma in Geleen) bezahlt. Notare und Banken meldeten verdächtige Bargeldflüsse, unter anderem aus Albanien, nicht.

Falsche Pässe bei der Verlängerung von Aufenthaltsgenehmigungen wurden von den Behörden nicht entdeckt und 15 Kinder besuchten eine Schule, obwohl sie nirgendwo gemeldet waren. (hau)

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