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„Egal, was ich sage“: Dreifachmörder wegen Zellenbränden vor Gericht

„Egal, was ich sage“ : Dreifachmörder wegen Zellenbränden vor Gericht

Er gilt als einer der gefährlichsten Gefangenen Nordrhein-Westfalens und ist schon das dritte Mal angeklagt: Ein Dreifachmörder soll in seiner Zelle zweimal Feuer gelegt haben.

Ein wegen mehrfachen Mordes zur Höchststrafe verurteilter Koch steht seit Montag in Düsseldorf erneut vor Gericht. Dem 55-Jährigen wird vorgeworfen, zweimal in seiner Ratinger Gefängniszelle Feuer gelegt zu haben. Außerdem soll er einen Justizvollzugsbeamten bedroht haben.

Umringt von vier schwer bewaffneten Sicherheitskräften wurde der als sehr gefährlich geltende Angeklagte am Montag in den Gerichtssaal geführt. Vor sechs Jahren hatte der in China geborene Deutsche bei einem blutigen Rachefeldzug in Anwaltskanzleien im Rheinland drei Menschen getötet, weil er sich von Anwälten nicht gut vertreten fühlte.

Er benötige keine Dolmetscherin mehr, sagte der seit 22 Jahren in Deutschland lebende Mann. Zu den Tatvorwürfen wollte er sich aber nicht äußern: „Es ist egal, was ich sage.“

In seiner Zelle soll der Angeklagte vor einem Jahr im Abstand von drei Wochen zweimal Feuer gelegt haben. Zudem soll er den Gefängnismitarbeitern den Zugang zu seiner Zelle blockiert haben, um die Löscharbeiten zu behindern.

„Er hatte ein Zellenfenster ausgehebelt und damit die Innentür der Zelle verbarrikadiert“, sagte der Staatsanwalt. Das erste Feuer habe er vermutlich mit einem Feuerzeug gelegt. Beim zweiten Mal soll er mit Wattestäbchen die Zellensteckdose manipuliert haben. Die Brände hatten jeweils rasch gelöscht werden können.

„Es war nicht der erste Vorfall. Herr T. hat schon mal seine Zelle zerlegt, als ihm was nicht passte“, sagte ein JVA-Beamter als Zeuge. Der Häftling sei leicht reizbar und aggressiv. Er habe „nicht mal 'ne kurze, er hat gar keine Zündschnur“.

So habe ihn der 55-Jährige im Oktober aus der Zelle heraus als „dreckigen Hund“ beleidigt und gedroht, ihn zu töten.

Der 55-Jährige verbüßt eine lebenslange Haftstrafe mit besonderer Schwere der Schuld, weil er im Februar 2014 in Düsseldorf und Erkrath zwei Rechtsanwälte und eine Anwaltsgehilfin umgebracht und in den Kanzleien Feuer gelegt hatte.

Vor zwei Jahren war er zu weiteren acht Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden, weil er im Bielefelder Gefängnis einen Mithäftling töten wollte.

Anwalt Martin Lauppe-Assmann, in dessen Kanzlei zwei Kollegen ermordet wurden, verfolgte den Prozess am Montag als Zuschauer im Gerichtssaal und wurde vom Angeklagten mit bösen Blicken bedacht. Für den aktuellen Prozess sind bis zum 3. November noch zwei weitere Verhandlungstage angesetzt.

(dpa)