„Auf ins Museum!“: Drei Länder, 28 Museen, 25 Euro

„Auf ins Museum!“ : Drei Länder, 28 Museen, 25 Euro

Museen in Deutschland, Belgien und den Niederlanden wollen mit einem günstigen Ticket Besucher anlocken. Ab Mittwoch können Kulturfreunde 28 Museen in der Euregio für nur 25 Euro innerhalb von zwei Jahren besuchen.

„Auf ins Museum!“ – Das ist ab sofort Programm. Möglich macht das das gleichnamige Museumsticket, mit dem Häuser von B wie das Begas-Haus in Heinsberg bis V wie Vogelsang IP im Nationalpark Eifel besucht werden können. Kunst ist genauso vertreten wie Geschichte, Natur und Technik sowie Design und Mode.

Vor zwei Jahren hatten sich acht Museen aus Deutschland und Ostbelgien zusammengetan und ein Vorläufermodell entwickelt. „Diese Idee trägt tolle Früchte. Sonst ist es manchmal durchaus schwierig, genügend Partner für ein Projekt zusammenzubekommen. Hier war es das genaue Gegenteil“, sagte Christiane Vaeßen, Geschäftsführerin des Zweckverbands Region Aachen, über den Zuspruch der sehr unterschiedlichen Museen. Mit dabei sind vier Einrichtungen aus Ostbelgien, sieben aus der Provinz Limburg sowie 17 aus der Region, die sich zwischen Heinsberg, Euskirchen, Monschau und Aachen aufspannt.

Eins der neuen Häuser ist das Energeticon in Alsdorf. Sein Leiter Thomas König verspricht sich vom neuen Museumsticket vor allem, dass neue Zielgruppen auf das Energie-Erlebnis-Museum aufmerksam werden, weil sie im Gutscheinheft darauf stoßen. „Der Netzwerkgedanke steht an erster Stelle“, sagte er am Mittwoch bei der Präsentation des Ticketangebots im Design-Museum Cube in Kerkrade. Catherine Weisshaupt vom Stadtmuseum in Eupen sieht ebenfalls in der gegenseitigen Bewerbung der teilnehmenden Häuser einen immensen Vorteil für die Kulturorte, aber auch für die Gäste. „Wir können unsere Besucher individuell beraten und auf ihre Interessen abgestimmt Vorschläge für Besuche in anderen Museen machen“, erklärte sie. „Außerdem können wir in den Sozialen Medien auf Neuheiten und Sonderschauen aktuell aufmerksam machen.“

Mit dem neuen Gutscheinheft soll das Ende der Fahnenstange der Entwicklung in der grenzüberschreitenden Kulturzusammenarbeit noch nicht erreicht sein. Für die Zeit nach 2021 planen die Macher einen euregionalen Museumspass für alle Museen und Sammlungen in der Euregio Maas-Rhein – möglichst mit integrierter Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs.

Hildegard Kaluza vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Kultur und Wissenschaft betonte die politische Relevanz des internationalen Projektes: „In heutigen Zeiten, in denen Europa und die Gemeinsamkeiten häufig in Frage gestellt werden, ist es umso wichtiger, dass wir uns über die Grenzen hinweg zusammentun.“ Und auch Ger Koopmans, Deputierter für Kultur der niederländischen Provinz Limburg, meinte: „Man kann eine andere Perspektive entwickeln, wenn man die Grenze überschreitet. Freundschaft ist wichtig.“ Für die Deutschsprachige Gemeinschaft gehöre grenzüberschreitende Arbeit zum Tagesgeschäft, erklärte ihre Kulturministerin Isabelle Weykmans. „Es ist leicht für uns, dieses Projekt zu unterstützen, weil es für die Bürger einen Mehrwert schafft.“

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