Doppelmord in Brunssummerheide: DNA-Beweis gegen Tatverdächtigen?

Doppelmord in Brunssummerheide : Offenbar entscheidender DNA-Beweis gegen Tatverdächtigen aufgetaucht

Den niederländischen Strafverfolgungsbehörden ist offenbar ein wichtiger Erfolg in den Ermittlungen gegen einen 27-Jährigen gelungen, der des dreifachen Mordes an Spaziergängern verdächtigt wird: DNA-Spuren bringen ihn nach Medienberichten in unmittelbare Verbindung zu zwei Bluttaten, die im Mai dieses Jahres für erhebliches Aufsehen in den Niederlanden gesorgt hatten.

Am 4. Mai war in den Wäldern von Scheveningen eine Frau erstochen worden, die ihre beiden Hunde ausführte, am 7. Mai wurden mittags eine 63-Jährige und ein 68-Jähriger im Naherholungsgebiet Brunssummerheide, das an Heerlen und Landgraaf angrenzt, auf die gleiche Weise getötet.

Wenige Stunden später war der 27-Jährige nach bisherigen Erkenntnissen blutverschmiert und mit einem Messer in einer psychiatrischen Klinik in Maastricht erschienen und anschließend wieder verschwunden, indem er Stühle übereinander stapelte und über eine Mauer kletterte. Am Abend dieses Tages brachten seine Eltern ihn zurück, mit gesäuberten Kleidern. Am Morgen des folgenden Tages konnte er noch einmal entkommen, nachdem er einen Brandalarm ausgelöst hatte. Erst danach informierte die Klinikleitung die Polizei über ihren Verdacht.

Zwölf Stunden später wurde der Mann, der einen verwirrten Eindruck machte, in Margraten gefasst. Direkte Zeugen der Tat gibt es nicht, der zuletzt in Den Haag lebende und aus Brunssum stammende Mann bestreitet, etwas mit den drei Morden zu tun zu haben, eine Tatwaffe wurde nicht gefunden. Allerdings musste die Klinik auf Weisung des Gerichts Videoaufnahmen des Mannes herausgeben. Sie hatte sich zunächst auf ihre ärztliche Schweigepflicht berufen und die Bilder nicht der Staatsanwaltschaft ausgehändigt.

Dünne Beweislage

Dennoch galt die Beweislage nach Berichten verschiedener Medien als dünn – bis die Nachricht von den DNA-Spuren verbreitet wurde. Offiziell bestätigt wird diese Faktenlage von der Staatsanwaltschaft Limburg derzeit nicht, man werde sich erst Ende nächster Woche beim Prozessauftakt in Maastricht dazu äußern, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Limburg auf Anfrage. Das „Algemeen Dagblad“ hatte aus Ermittlerkreisen erfahren, dass die Spuren beweistechnisch ausreichten und der junge Mann nicht nur spazieren gegangen sein könne.

Das Gericht plant, den Fall am 16. August zum ersten Mal zu behandeln. Dann allerdings nur im Rahmen einer sogenannten Pro-Forma-Sitzung, in der der Stand der Untersuchungen dargelegt und über die Verlängerung der Untersuchungshaft und die weitere Prozessplanung beraten wird.