Köln: Ditib-Funktionär verlässt unter Druck geratenen Moscheeverband

Köln : Ditib-Funktionär verlässt unter Druck geratenen Moscheeverband

Nach Spitzelvorwürfen gegen Imame verliert die unter Druck geratene türkisch-islamische Union Ditib einen wichtigen Funktionär: Murat Kayman, Koordinator der Ditib-Landesverbände und Mitglied im NRW-Vorstand, verlässt den Moscheeverband, wie er auf seinem Blog ohne Angaben von Gründen mitteilte.

Der „Kölner Stadt-Anzeiger” und die „Rheinische Post” hatten zuerst über den Rückzug berichtet und werten diesen als Beleg dafür, dass die Ditib noch näher an Ankara rücken wird. Kayman habe zu den Vertretern der Linie gehört, die sich zumindest für eine strukturelle Trennung vom türkischen Staat eingesetzt hätten.

Kayman kündigte an, er ziehe sich auch aus dem Dialogforum Islam in NRW sowie politischen Gesprächen auf Bundesebene zurück. Die rot-grüne NRW-Regierung fordert von der Ditib eine strukturelle und finanzielle Lossagung von Ankara und macht davon eine weitere Zusammenarbeit mit der größten Islamorganisation in Deutschland abhängig.

Mehrere Imame der Ditib - entsandt und bezahlt von der türkischen Religionsbehörde Diyanet - sollen angebliche Anhänger der Gülen-Bewegung an türkische Generalkonsulate gemeldet habe. Die türkische Regierung macht den Prediger Fethullah Gülen für den gescheiterten Putsch verantwortlich und verfolgt dessen Anhänger.

(dpa)
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