Aachen/Düren/Heinsberg: Die Region wappnet sich mit Pollern gegen den Terror

Aachen/Düren/Heinsberg : Die Region wappnet sich mit Pollern gegen den Terror

In Köln sollen historische Bausteine des Doms künftig die Domplatte sichern, in Duisburg sicherten riesige Wassertanks eine Fußgängerzone und in Aachen könnten es in Zukunft versenkbare Poller, sogenannte Pylomaten, sein, die verhindern sollen, dass sich Terroristen mit Last- oder Lieferwagen dem Markt vor dem Rathaus nähern, um dort Passanten oder Touristen zu töten oder zu gefährden.

„Wir werden prüfen, wo wir in Aachen solche versenkbaren Poller aufstellen können, um die Bevölkerung vor Anschlägen zu schützen“, teilte Rita Klösges vom städtischen Presseamt auf Anfrage der „Nachrichten“ mit. „Wir fokussieren uns dabei zunächst auf den Bereich rund um den Markt.“

Kommunen haben freie Hand

Dies sei bei einer Besprechung von Ordnungsamt, Polizei, Feuerwehr und Straßenverkehrsbehörden am Dienstag herausgekommen. Ob am Ende der Prüfung aber auch tatsächlich die Anschaffung und Installierung dieser Poller stehe, sei derzeit noch völlig offen, so Klösges.

Das nordrhein-westfälische Innenministerium hatte den Kommunen nach dem Anschlag von Barcelona ohnehin lediglich empfohlen, die Sicherung der Innenstädte bei Großveranstaltungen einerseits, aber auch belebte Plätze und Sehenswürdigkeiten andererseits zu überprüfen. Wie eine Sicherung dann aussehen werde, überlasse man den Kommunen, teilte das Ministerium mit.

Auch auf die Stadt Alsdorf ist die Aachener Polizei bereits zugekommen, auch, weil am zweiten Wochenende im September das Europafest ansteht. In der nächsten Woche wollen Polizei und Stadt konkretisieren, wie das Fest am effektivsten geschützt werden kann.

Keine festen Blockaden in Düren

In den Kreisen Düren und Heinsberg gab es etwas weniger Druck, umgehend auf den Erlass des Innenministers zu reagieren. Zwar findet in Heinsberg am zweiten Septemberwochenende das Bundesschützenfest statt, zu dem allein 15 000 Schützen erwartet werden; doch das Sicherheitskonzept für die Veranstaltung sei schon vor dem Erlass erstellt gewesen, teilte die Polizei Heinsberg am Mittwoch mit.

Das Konzept sehe auch mobile Fahrzeugsperren vor, um Anschläge wie den in Barcelona zu verhindern. Seit dem Anschlag in Berlin vergangenen Dezember habe es laufend Gespräche mit den Kommunen im Kreis Heinsberg gegeben, diese würden fortgeführt. Eine Notwendigkeit, einen Ort im Kreis ähnlich wie in Aachen permanent einzupollern, hätten sich bislang nicht ergeben.

Ähnlich ist die Situation im Kreis Düren: Nirgendwo werden Blockaden fest installiert, sondern allenfalls anlassbezogen aufgestellt. Für größere Veranstaltungen wie zuletzt die Annakirmes in Düren werden eigene Sicherheitskonzepte erstellt. Umgehenden Handlungsbedarf könne die Dürener Polizei zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht erkennen, teilte eine Sprecherin am Mittwoch mit.

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