Aachen: Die Katho Aachen hat seit Juli ein neues Dekanat

Aachen: Die Katho Aachen hat seit Juli ein neues Dekanat

Führungswechsel am Aachener Standort der Katholischen Hochschule NRW, kurz Katho. Ute Antonia Lammel, bislang Prodekanin, übernimmt zum Juli die Leitung der Abteilung. Andreas Reiners steht ihr für die nächsten vier Jahre als Prodekan zur Seite.

Umbauten, die Etablierung neuer Masterabschlüsse am Arbeitsmarkt und die weitere Akademisierung der Sozialen Arbeit bestimmen das Programm.

Mit unter 900 Studierenden ist die Katho die zwar mit Abstand kleinste, aber zweifellos diejenige Aachener Hochschule, die am nächsten bei den Menschen und ihren Problemen ist. Die Felder, auf denen Sozialarbeiter vonnöten sind, werden immer zahlreicher und größer. Schule, Jugendhilfe, Familienhilfe, Kinder- und Jugendpsychotherapie, Betreuung von Suchtabhängigen, Jugendheime, Streetworking, Unterstützung des Unterrichts in Förderschulen beziehungsweise künftig der Inklusion, Altenhilfe: So vielfältig die Aufgaben, so hoch der Anspruch an die Kompetenz derer, die diese soziale Arbeit leisten.

Das will gut studiert sein, und längst nicht jeder, der sich dafür bewirbt, kommt an. Die besten Chancen hat, wer eine einschlägige Vorausbildung, Erfahrung und soziales Engagement vorweisen kann.

„Soziale Arbeit ist heute ein moderner Studiengang, in dem es sowohl um Berufsorientierung als auch um kritische Reflexion geht“, sagt Ute Antonia Lammel. Lange in der Suchthilfe tätig, Mitbegründerin der Aids-Hilfe Aachen, lehrt die 54-Jährige seit 1991 an der damals noch „Katholische Fachhochschule“ genannten Einrichtung. Als Professorin forscht und lehrt sie hauptsächlich in den Bereichen Jugendkultur sowie Sucht und Prävention, und sie leitet den Masterstudiengang „Klinisch-therapeutische Soziale Arbeit“.

Andreas Reiners, gleichaltrig, lehrt Soziologie und empirische Sozialforschung. Die „kritische Behandlung gesellschaftlicher Entwicklung“ ist sein Thema als Professor und sein Anspruch an die Lehre: „Wir fragen hier nicht nur, was die Caritas braucht“, bestätigt Reiners die Gleichgewichtigkeit von Berufsvorbereitung und geistiger Unabhängigkeit, die die Qualität der mittlerweile sechs Studiengänge an der Katho ausmachten — zu denen auch ein dualer Modellstudiengang „Pflege“ gehört.

Mit gut 50 Absolventen haben der klinisch-therapeutische sowie der Masterstudiengang „Bildung und Integration“ ihre Pionierphase hinter sich. Das neue Dekanat will sich verstärkt darum kümmern, diese Ausbildungen bekannt zu machen und für eine dem Master-Rang entsprechende Entlohnung einzutreten.

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