Aachen: Die JVA als ausgefallener Kinosaal für unsere Leser

Aachen : Die JVA als ausgefallener Kinosaal für unsere Leser

Die Macher des Maastrichter Dokumentarfilmfestivals „DocFest“ suchen mit „DocFest mobil“ neue, interessante Orte, um möglichst ein nicht nur cineastisch, sondern auch an besonderen Spielstätten interessiertes Publikum zu erreichen. Michael Chauvistré, Aachener Filmemacher und Organisator des mobilen DocFest-Ablegers, hat in diesem Jahr die Aachener Justizvollzugsanstalt als Kinosaal ausgesucht.

70 Leserinnen und Leser unserer Zeitung haben die Gelegenheit, am 19. April ab 17.30 Uhr dabei zu sein. Zusammen mit 30 Inhaftierten sehen sie zwei Filme und haben Gelegenheit beim DocTalk mit den Filmemachern zu sprechen.

Das wird nicht nur der Kölner Dokumentarfilmer Georg Nonnenmacher sein, es werden auch Inhaftierte sein. Denn gezeigt wird vor dem bereits bei der Berlinale gelaufenen Nonnenmacher-Film „Raumfahrer“ der achtminütige Kurzfilm „Tag für Tag“ der Gefangenenfilmgruppe „Podknast“.

Beide Filme behandeln den Alltag von Inhaftierten — für Menschen „draußen“ eher eine parallele Wirklichkeit.

In „Raumfahrer“ thematisiert Nonnenmacher die sogenannte Verschubung, also einen Gefangenentransport, und geht zugleich auf Tuchfühlung mit dem Seelenleben des Protagonisten Renée.

„Tag für Tag“ spricht eine ähnliche Sprache wie „Raumfahrer“. Auch hier dominieren lange Kameraeinstellungen auf alltägliche Situationen im Knast: Schweißen, Bodenwischen, keine Arbeit haben — eine der herausforderndsten Situationen hinter Gittern.

„Tag für Tag“ wird am 20. April auf der „Podknast“-Seite online gestellt.

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