Region: Die Faszination des Hohen Venns

Region : Die Faszination des Hohen Venns

Das Hohe Venn übt zu jeder Jahreszeit einen ganz besonderen Reiz auf seine Besucher aus. Bei diesen kurzen, leichten Wanderungen kann man sich fürs Staunen und Genießen Zeit nehmen. Die beiden Wanderungen sind auch während der Vogelbrut möglich.

Die erste Wanderung beginnt am Parkplatz bei Signal de Botrange. Wir überqueren die N676 und gehen auf das Wallonische Venn zu. Schon bald sehen wir eine Plattform, von der aus man einen weiten Blick über das Venn hat. Hier haben 2011 die schweren Waldbrände gewütet. Von der Plattform aus gehen wir nun nach rechts — wenn wir mit dem Gesicht zur Plattform stehen — in südöstlicher Richtung am Rande des Venns weiter. Wir gehen an einem rechts von uns befindlichen Fichtenwald entlang und genießen linker Hand weiterhin die Aussicht über das Venn.

Holzkunst im Baum: Sie begleitet die Wanderung bei der ersten Tour und passt sich der Landschaft an. Foto: Martina Kasch

Wir blicken hier auf eine C-Zone. Das heißt: Diesen Teil des Venns darf man nur in Begleitung eines speziell ausgebildeten Natur- und Wanderführers betreten. Dies macht nicht nur aus Naturschutzgründen Sinn. Es kann wirklich gefährlich werden, wenn man sich hier verirrt. Am Wegesrand sind je nach Jahreszeit typische Vennpflanzen, wie Wollgras und Vennveilchen, zu sehen. Unter den Fichten wächst das für die Region typische Heidekraut.

Markant: der Aussichtsturm Signal de Botrange. Foto: imago/stock

Ein Schild informiert uns darüber, dass wir uns in einem Wasserschutzgebiet befinden. Nach etwa 1,3 Kilometern erreichen wir eine Stelle, an der links ein breiter Grasweg am Rand des Venns Richtung Norden abgeht. Wir wandern aber geradeaus und finden kurz hinter der Abbiegung eine Informationstafel mit Karte. Hier führt ein breiter Waldweg rechts ab. Dem folgen wir. Nach etwa 300 Metern führt der Weg zur N 676. Die Nationalstraße können wir auf einem Zebrastreifen überqueren. Auf der gegenüberliegenden Straße weist ein Schild in Richtung Naturparkzentrum Botrange. Wer mag, kann hier eine Pause einlegen, den Kräutergarten begutachten, im kleinen, aber sehr netten Buchladen stöbern, das Museum besuchen oder sich im kleinen Restaurant mit Außenterrasse eine Erfrischung gönnen.

Ein Fels, der auffällt

So gestärkt machen wir uns auf den Rückweg. Wenn wir aus dem Naturparkzentrum herauskommen, gehen wir nach links, also in die Richtung, aus der wir gerade kamen. Schon nach 160 Metern geht ein Wanderweg links ab. Am Anfang dieses Weges ist ein auffallender Fels zu sehen. Wir folgen nun diesem Weg durch eine lichte Waldlandschaft. In den Bäumen am Wegesrand sind immer wieder Werke eines Holzkünstlers zu sehen. Die Werke integrieren sich perfekt in die Landschaft.

Der bequem zu gehende Weg führt an vielen Wiesen und Waldstücken vorbei, und nach einem Kilometer sehen wir auf der linken Seite eine offene Landschaft, durch die ein Steg führt. Rechter Hand befindet sich ein weiterer Weg, wobei ein Holzschild besagt, dass es hier Richtung Signal de Botrange geht, wo unsere Wanderung endet. Wir biegen hier rechts ab und stoßen auf eine Gedenkstätte, die an die jüngere Geschichte in dieser Region erinnert und auf den sogenannten Baltia-Hügel. Wer mag, kann auf die aufgeschüttete und begehbare Spitze klettern und so den mit 700 Metern höchsten Punkt Belgiens besteigen.

Direkt dahinter sehen wir schon die Gebäude von Signal de Botrange und unseren Parkplatz dieser ersten kleinen Runde.

Alternativ bietet sich auch die folgende Strecke an: Sie beginnt am Parkplatz Baraque Michel. Von dort gehen wir 100 Meter links (südöstlich) und erreichen einen von Hecken gesäumten Pfad. Er führt nach wenigen Metern zur Kapelle Fischbach. Ein Schild beschreibt, dass diese Kapelle der heiligen Mutter der Zuflucht 1830 auf Initiative des Malmedyer Industriellen Toussaint Fischbach erbaut worden sei. Wichtig waren ein Glockenturm und eine Laterne am Giebel. Um in der Heidelandschaft Verirrten den Weg zu weisen, haben die früheren Eigentümer von Baraque Michel, die Familie Schmitz, die Laterne bis 1856 jeden Abend angezündet. Aus demselben Grund wurden regelmäßig die Glocken geläutet. Dadurch wurde vielen Menschen das Leben gerettet.

Hinter der Kapelle führt ein Weg geradeaus in die Heidelandschaft — und ein weiterer Weg biegt links ab. Wir wählen den Weg nach links. Links von uns sehen wir zunächst Buchen und dahinter eine Wiese, später gehen wir durch niedrigen Mischwald. Am Wegesrand bemerken wir viel Heidekraut und Farn. Bei einer Gabelung halten wir uns rechts und gehen nun bald am Rand der offenen Moor- und Heidelandschaft.

Der Weg macht am Beginn dieses Stücks einen scharfen Knick nach rechts. Nun wandern wir auf einem meist mit Gras bewachsenen Pfad weiter. Rechts von uns können wir weiterhin den Blick auf die Heide- bzw. Moorlandschaft genießen. Nach links erstreckt sich Wald mit großem Fichtenbestand — davor stehen Ebereschen. Auch hier wächst sehr viel Heidekraut. Der Weg schlängelt sich in südwestliche Richtung und geht nach einer Weile in einen schmalen Waldpfad über. Weiterhin befindet sich rechts die offene Landschaft, unterbrochen von Schonungen mit Jungwuchs. An manchen Stellen sind hohe Fichten zu finden, aber auch Gruppen mit hohen, fast bizarr gewachsenen Buchen. Es ist ein sehr schöner, faszinierender Weg, der immer am Rand der weiten Ebene entlangführt.

Im Fichtenwald

Nach 1,7 Kilometern, vom Beginn der Wanderung an gerechnet, treffen wir auf einen Fichtenwald, durch den ein breiter Schotterweg führt. Der Weg macht an dieser Stelle einen Linksknick.

Wir gehen nicht auf einem auch hier befindlichen Grasweg geradeaus weiter, sondern biegen links ab und gehen durch dieses Waldstück mit dem befestigten Schotterweg. Schon nach 250 Metern trifft unser Waldweg auf einen asphaltierten Weg.

Hier biegen wir links ab und folgen dem Weg rund einen Kilometer. Dann biegen wir links in einen Waldweg ein und gehen noch 700 Meter immer geradeaus. Kurz vor Baraque Michel werden wir die Pfade sehen, auf denen wir schon beim Hinweg gegangen sind. Und man kann schon die N68 hören — oder durch die Bäume sehen —, die an Baraque Michel vorbeiführt.