Aachen: Die Balance zwischen Hilfe und dem gemeinsamen Spaß

Aachen : Die Balance zwischen Hilfe und dem gemeinsamen Spaß

Der 19-jährige Mohammad, der aus Afghanistan nach Deutschland geflohen ist, hat in seiner 20 Jahre älteren Patin Anke eine Bezugsperson gefunden, die ihn unterstützt und mit der er gemeinsame Freizeitaktivitäten unternimmt. Im November letzten Jahres lernten sie sich über das „Aachener Hände Patenprojekt“, das vom SKM Aachen ins Leben gerufen wurde, kennen.

Anke war es wichtig, einen jungen Menschen, der in Deutschland kein familiäres Umfeld besitzt, beim Übergang ins Erwachsenenleben zu begleiten. „Für Leute, die hier im Land sind, ist es schon schwierig, auszuziehen und mit dem Studium oder der Ausbildung zurechtzukommen“, sagt die 39-Jährige. „Dann ist es für jemanden, der keine Familie hat und aus einem fremden Land kommt, umso schwieriger“.

Das erste Treffen des Patenschafts-Teams fand noch in Begleitung einer Projektmitarbeiterin sowie von Mohammads Betreuerin statt. Bald darauf trafen sich Mohammad und Anke aber auch alleine. Der junge Afghane wollte vor allem die Stadt Aachen näher kennenlernen. Daher unternahmen die beiden eine Stadttour und besuchten unter anderem den Aachener Dom und das Rathaus.

Mittlerweile sehen Anke und Mohammad sich regelmäßig — und haben gemeinsam bereits vieles unternommen. So waren sie beispielsweise im Theater, im Kino und haben an Weihnachten zusammen gekocht. Außerdem nehmen sie gemeinsam an verschiedenen Aktionen der „Aachener Hände“ teil, wie beispielsweise einem interkulturellen Training und dem Nikolausspaziergang. Bei diesen Aktionen findet auch ein Austausch mit anderen Paten und Jugendlichen statt.

Anke unterstützt den 19-Jährigen aber auch in Bezug auf dessen Anhörung im Rahmen des Asylverfahrens und begleitet Mohammad zu Elternsprechtagen. „Es ist eine Mischung aus dem, was uns zusammen Spaß macht, und Dingen, die für Mohammad wichtig sind und bei denen er einfach noch Hilfe benötigt“, sagt Anke über die Patenschaft.

Der junge Afghane ist sehr dankbar für diese Unterstützung. „Ich habe hier keine Familie, aber Anke ist meine Familie. Wenn ich alleine bin, schreibe ich ihr und wir reden oder treffen uns. Das ist wirklich sehr schön“, sagt Mohammad. Doch auch Anke profitiert von der Patenschaft, da sie sehr gerne Zeit mit Mohammad verbringt und er zu einem Teil ihres Lebens geworden ist. Dank des Patenprojekts sind sie zu engen Vertrauten geworden, die gemeinsam viel Spaß haben und sich auch weiterhin regelmäßig treffen wollen.