Düsseldorf: Diamantenschmuggler muss 1200 Euro Strafe zahlen

Düsseldorf : Diamantenschmuggler muss 1200 Euro Strafe zahlen

Er habe doch das Bergbauministerium des Kongo um die notwendigen Papiere gebeten, sagt der 25-Jährige im Gerichtssaal. Aber man habe sie ihm nicht gegeben: Weil er kein professioneller Diamantenhändler sei und weil die Steine nicht wertvoll genug seien.

Es seien aber keine Blutdiamanten, er habe sie in seinem Heimatdorf im Kongo in seinem Urlaub für 450 Euro gekauft, beteuert der 25-Jährige am Donnerstag, der nach eigener Aussage in Köln eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann absolviert. Vor einem Jahr war er mit 358 nicht registrierten Rohdiamanten mit einem Wert von rund 5500 Euro am Düsseldorfer Flughafen erwischt worden. „Die darf man bei uns kaufen”, sagt der akkurat gekleidete junge Mann.

Doch Amtsrichterin Uta Kretzschmer zeigt sich vom Vortrag des Angeklagten unbeeindruckt: „Da haben sie die falsche Stelle gefragt. Sie hätten besser die deutschen Behörden gefragt, ob es Stress gibt”, sagt die Richterin in Düsseldorf.

Dann rät die dem Diamantenschmuggler eindringlich, seinen Einspruch gegen eine Geldstrafe in Höhe von 1200 Euro zurückzunehmen. Andernfalls würde es deutlich teurer für ihn und er könne mit 3000 Euro Strafe rechnen. Sichtlich widerwillig befolgt der 25-Jährige den Rat. Damit ist der Strafbefehl gegen ihn rechtskräftig.

Die Art des Transports, eingenäht im Innenfutter seiner Umhängetasche, weise darauf hin, dass er genau gewusst habe, dass die Einfuhr illegal sei, bemerkt die Richterin. Außerdem habe er sich während seiner Aussage in Widersprüche verwickelt, was die Umstände des Kaufs im Kongo angeht.

Ein Gutachter hatte den Wert der Steine auf rund 5500 Euro beziffert. Das sind 15 Euro pro Stein und damit in der Tat eher minderwertige Qualität. Ein Verstoß gegen das Außenwirtschaftsgesetz ist es trotzdem, befindet das Gericht. Die Steine bleiben eingezogen.

Diamanten unterliegen dem Kimberley-Übereinkommen. Die Einführung ohne Begleitpapiere und Kimberley-Codierung ist verboten. Mit dem internationalen Abkommen soll der Handel mit sogenannten Blutdiamanten unterbunden werden. Das sind Diamanten, die unter menschenrechtswidrigen Bedingungen in afrikanischen Krisenregionen oft illegal geschürft werden, um mit ihnen kriegerische Konflikte zu finanzieren.

Der 25-Jährige war aus Kongos Hauptstadt Kinshasa über Paris nach Düsseldorf geflogen. Dass er schon vier Eintragungen anderer Art in seinem Strafregister habe, mache die Sache nicht besser, sagt die Richterin noch.

(dpa)
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