Aachen: DFB ehrt Egidius Braun für 25 Jahre Mexiko-Hilfe

Aachen: DFB ehrt Egidius Braun für 25 Jahre Mexiko-Hilfe

Franz Beckenbauer, Theo Zwanziger, Rudi Völler, Toni Schumacher - sie alle waren am Montag nach Aachen gekommen, um DFB-Ehrenpräsident Egidius Braun für sein Lebenswerk, die Mexiko-Hilfe, zu ehren.

Doch am meisten freute sich der 86-Jährige über vier Überraschungsgäste aus Mexiko. Alejandra Leaño, Tochter des früheren mexikanischen Verbandspräsidenten Juan Jose Leaño, war in Begleitung einer Schwester und von zwei Töchtern angereist, um Braun für sein Engagement in dem mittelamerikanischen Land zu danken. „Sie werden immer in unserem Herzen sein”, sagte Alejandra Leaño im Kaisersaal der Stadt Aachen und rührte Braun damit zu Tränen.

Während der Fußball-Weltmeisterschaft 1986 hatten den damaligen Schatzmeister und Delegationsleiter des Deutschen Fußball-Bundes die sozialen Verhältnisse in Mexiko zutiefst erschüttert. Vor allem was er in Querétaro, dem Ort der Vorrundenspiele des deutschen Teams sah, nahm Braun sehr mit. Ein altes Waisenhaus, die Casa de Cuna in Querétaro, wurde als erstes Hilfsprojekt ausgewählt.

„Egidius Braun ist ein Mann, der, wenn er Not und Ungerechtigkeit sieht, nicht wegschaut, sondern anpackt”, würdigte DFB-Präsident Theo Zwanziger seinen Vorgänger am Montag bei der Feierstunde zu 25 Jahren Mexiko-Hilfe.

Braun nahm schon 1986 auch die Spieler in die Pflicht, sich mit den Verhältnissen im Ausrichterland auseinanderzusetzen. „Das, was wir da gesehen haben, hat uns sehr bewegt”, erinnerte sich Rudi Völler, damals Stürmer des Nationalteams, das erst im Finale mit 2:3 gegen Argentinien verlor. Der heutige Sportdirektor von Bayer Leverkusen war der erste Spender für das Waisenhaus, das die deutsche Mannschaft während der Turniers immer wieder besuchte.

Auch Beckenbauer erinnerte sich an die Anfänge. „Dass Kinder da in Baracken leben, das kannten wir aus dem Wohlstandsland Deutschland ja überhaupt nicht”, sagte der damalige Teamchef, der die Verdienste Brauns besonders hervorhob. „Das ist Ihr Werk. Sie können sehr stolz darauf sein, was Sie geschaffen haben”, sagte Beckenbauer.

Braun trug sich bei einem seiner sehr seltenen öffentlichen Auftritte ins Goldene Buch der Stadt Aachen ein. Reden wollte der gesundheitlich angeschlagene frühere DFB-Präsident, der 2006 einen Schlaganfall erlitten hatte, nicht. Doch an der Seite seiner Frau Marianne sah man ihm an, wie sehr ihn die positive Entwicklung seiner Mexiko-Hilfe mit Stolz ergriff.

„Dass wir heute 25 Jahre Mexiko-Hilfe feiern, ist eine tolle Sache, aber auch ein Ansporn, es weiterzumachen”, sagte Zwanziger. Und Alejandra Leaño brachte auf den Punkt, was Braun mit seinem großen Engagement nicht nur für sie geschaffen hatte. „Ich trage beide Nationen in meinem Herzen. Wenn ich ein Fußball-Trikot tragen würde, hätte es auf der einen Seite die mexikanischen und auf der anderen Seite die deutschen Farben.”

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