Lüttich: Deutschsprachiger Täter und Komplize überfallen Lütticher Bischof

Lüttich: Deutschsprachiger Täter und Komplize überfallen Lütticher Bischof

Der Lütticher Bischof Jean-Pierre Delville soll in der Nacht zum Mittwoch in seiner Wohnung von zwei unbekannten Männern überfallen worden sein. Einer der Täter soll Deutsch gesprochen haben. Dies berichtete das Grenzecho unter Berufung auf die Zeitung „La Dernière Heure“.

Welche Sprache der andere Täter gesprochen hat, konnte das Opfer nicht erkennen. Die Diebe waren wohl durch ein Badezimmerfenster im Erdgeschoss in den Bischofssitz der Diözese Lüttich in das Haus eingebrochen. Der Bischof hielt sich zu dieser Zeit mit seinem Patenkind in der Wohnung auf. Beide wurden angegriffen, geschlagen, bedroht und anschließend eingesperrt. Nach ersten Erkenntnissen blieben sie unverletzt, standen aber unter Schock.

Wie die Diözese berichtet, verlangten die Einbrecher zunächst das Bargeld aus der Kirchenkollekte. Da der Bischof dieses Geld aber nicht in seiner Privatwohnung hatte, gab er den Tätern 20.000 Euro, die sein aus Kambodscha stammendes Patenkind für eine Reise in sein Heimatland bei ihm deponiert haben soll.

Neben Bargeld erbeuteten die Täter drei Kelche aus der Kapelle des Bischofssitzes. Als nächstes waren kostbare Gemälde im Visier der Männer. Der Bischof zeigte ihnen daraufhin vier Alabaster aus dem 17. Jahrhundert im Ratssaal.

Die Diebe waren nach Zeugenaussagen vermummt und sollen professionell vorgegangen sein. Sie teilten dem Bischof mit, dass sie das Geld benötigen, um einem kranken Mädchen zu helfen. Dabei soll es sich nach ersten Ermittlungen um die Enkelin eines Täters handeln.

Der RTBF berichtete am Donnerstagmittag, dass die Täter aus Essen stammen sollen. Sie sollen den Bischof sieben Monate lang beschattet haben, um den Angriff zu planen. Der Bischof und sein Patenkind sollen erst am Mittwochmorgen im Badezimmer entdeckt worden sein. Die Täter hatten den Griff des Fensters zerstört, um zu verhindern, dass sich die Opfer befreien.

(red)