Eupen: Deutschsprachige Belgier vergessen: Parlament lädt Tom Bartels ein

Eupen : Deutschsprachige Belgier vergessen: Parlament lädt Tom Bartels ein

Bei stundenlangen Fußball-Übertragungen kann es schon mal zu Fehlern kommen. So vermutete Claudia Neumann den Japaner Yuya Osako als Top-Torschütze der Mainzer in der vergangenen Saison, obwohl er für den FC Köln spielte. Tom Bartels sorgte am Donnerstag mit einem Fauxpas für Stirnrunzeln bei den ostbelgischen ARD-Zuschauern. Deren Parlamentspräsident Alexander Miesen reagierte mit einer Einladung der besonderen Art.

Zu Beginn der ARD-Übertragung des Spiels zwischen England und den „Roten Teufeln“ erzählte Bartels, dass es in Belgien drei Amtssprachen gäbe. Das flämische Niederländisch, Französisch und Wallonisch. Da gab es wohl einen kleinen Fehler auf dem Notizzettel, denn wie man im Aachener Raum weiß: Die dritte Amtssprache der Belgier ist selbstverständlich Deutsch, das hauptsächlich in der Gemeinschaft Ostbelgiens mit seinen 77.000 Einwohnern gesprochen wird.

Der ostbelgische Parlamentspräsident Alexander Miesen stellte das natürlich auf seiner Facebookseite richtig und ging noch einen Schritt weiter. Um das Missverständnis in Zukunft zu vermeiden und den Deutschen die besondere Geschichte zwischen Eupen, Malmedy und St. Vith beizubringen, lud Miesen die ARD-Redaktion ganz offiziell per Brief ein, den er online postete und dafür in kürzester viel Zustimmung erntete.

Die Belgier hoffen natürlich, dass sie noch einige Spiele ihres Teams verfolgen können. Das Team des dreisprachigen Landes zeigte bisher ansprechende Leistungen und gilt als ernsthafter Titelkandidat. Nach dem Ausscheiden der Deutschen und der Nicht-Qualifikation der Niederlande gibt es zudem in direkter Nachbarschaft noch einige zusätzliche Unterstützer des Teams.

Ob Bartels der Einladung Folge leistet, ist noch nicht bekannt. Aber beispielsweise bei einem Spiel der KAS Eupen könnte er noch einiges über das sechste deutschsprachige Land Europas lernen.

(cheb)
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