Grenzkontrolle bei Aachen: Deutsche Polizei verbietet belgischen Fans das Stadion

Grenzkontrolle bei Aachen : Deutsche Polizei verbietet belgischen Fans das Stadion

Am Donnerstagabend tritt der Fußballclub Standard Lüttich bei Eintracht Frankfurt an. Weil es Hinweise gibt, dass auch gewaltbereite belgische Fans auf dem Weg nach Hessen sind, wird seit dem frühen Morgen an der Grenze in Aachen kontrolliert.

Das Empfangskomitee trägt dunkelblaue Uniformen. Hunderte belgische Fußballfans werden seit Donnerstagmorgen an der Deutsch-Belgischen Grenze in Aachen-Brand von der Bundespolizei abgefangen und auf das THW-Gelände in Brand geleitet. Eine Vorsichtsmaßnahme, denn am Abend findet das Euro-League-Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und Standard Lüttich statt. Die Fanlager gelten als verfeindet, belgische und deutsche Polizisten wollen Ausschreitungen verhindern. „In der Gruppe der Lütticher Fans gibt es Hooligans, die ein nationales Stadionverbot haben“, sagt Armin Roggon, der Sprecher der Bundespolizei, Sektion Aachen. Mehr als eine Hundertschaft kontrolliert die einreisenden Fans. Bis zum späten Mittagnachmittag wurden 14 Busse, verdächtigte Autos und fast 1000 Passagiere durchsucht. Betäubungsmittel wurden in kleinen Mengen ebenso sichergestellt wie ganze Kisten mit pyrotechnischem Material, sagt Roggon. In der Szene ist bekannt, dass die Standard-Fans in der Vergangenheit Pyro-Raketen tatsächlich auch als Waffen genutzt haben.

Theoretisch hätte die Bundespolizei Personen die Einreise nach Deutschland untersagen, wenn sie ein akutes Gefährdungspotential vermutet hätte. Das war am Mittwoch nicht der Fall. Dafür wurden aber 38 Betretungsverbote für die Frankfurter Innenstadt in mehrsprachiger Ausfertigung verhängt. Wenn die Standard-Anhänger dagegen verstoßen, droht ein Ordnungsgeld.

Die Polizei in Frankfurt hatte schon in den letzten Tagen Hinweise erhalten, dass es am Frankfurter Römerberg zu Krawallen kommen könnten. An dem Platz, der als „Wohnzimmer“ der Eintracht-Fans gilt, wollen sich die etwa 2600 Lüttich-Fans vor dem Spiel treffen. Auf den einschlägigen Plattformen hatten Frankfurter Ultras dazu aufgerufen, sich „dort breit zu machen“. Verbunden war das mit dem Hinweis: „Frankfurt ist unsere Stadt.“ Die Frankfurter Polizei sagt, sie nehme solche Ankündigungen jedenfalls sehr ernst. Bis zum Mittag hatte es noch keine Zwischenfälle gegeben. Vorsorglich verfügte der Frankfurter Polizeipräsident am frühen Nachmittag „ein Aufenthalts- und Betretungsverbot“ für belgische Fans am Römerberg.

Auch an der Grenze verliefen die Kontrollen friedlich und kooperativ, sagt Armin Roggon. Einem Bus mit einer defekten Windschutzscheibe wurde die Weiterfahrt aus Sicherheitsgründen untersagt.

Das Rückspiel der Frankfurter in Lüttich findet am 11. November statt. Und vermutlich werden auch die belgischen und deutschen Grenzschützer den Termin im Kalender stehen haben. Denn die einschlägig vorbestraften Fans des deutschen Bundesligisten waren nach Ausschreitungen beim letzten internationalen Auswärtsspiel in Guimaraes hart bestraft worden. Sowohl bei der Partie in Lüttich als auch zwei Wochen später bei Arsenal London sind Frankfurter Fans ausgeschlossen. Sollten sie trotz des Verbots einreisen wollen, werden mit ziemlicher Sicherheit belgische Uniformträger als Empfangskomitee bereitstehen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Polizei kontrolliert belgische Fanbusse bei Aachen