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Der Alltag in NRW wird wieder lockerer, doch Corona bleibt

Viele Öffnungen ab Montag : Der Corona-Alltag wird lockerer

Hanteln stemmen im Fitnessstudio, Essen im Restaurant - was viele Wochen wegen der Corona-Gefahr verboten war, wird nun in NRW wieder möglich. Montag starten Lockerungen in vielen Bereichen. Doch so „wie früher“ wird es lange noch nicht.

Die Menschen in Nordrhein-Westfalen können ab Montag wieder vieles machen, auf das sie in der Coronavirus-Zwangspause verzichten mussten. Von Restaurants bis zu Fitnessclubs werden in zahlreichen Alltagsbereichen die seit Mitte März geltenden Einschränkungen gelockert. Es gelten aber strenge Hygiene-Auflagen, der Mindestabstand von 1,5 Metern und weitgehend Maskenpflicht.

Traurige Ausnahme ist der Kreis Coesfeld. Wegen hoher Neuinfektionszahlen nach dem Corona-Ausbruch in einem Fleischbetrieb wurden dort die Lockerungen größtenteils um eine Woche verschoben. Die Kindertagesbetreuung in NRW wird dann ab 14. Mai stufenweise ausgeweitet. In Stufen werden auch die Besuchsregelungen in Krankenhäusern erweitert. Die Öffnung von Hotels und Pensionen ist ab 18. Mai vorgesehen.

Eine Übersicht der wichtigsten Lockerungen ab Montag:

Gastronomie: Restaurants, Cafés und Kneipen mit Sitzplätzen dürfen im Innen- und Außenbereich öffnen. Voraussetzung sind 1,5 Meter Tisch-Abstand, gemessen von Rückenlehne zu Rückenlehne. Die Wirte müssen die Gäste namentlich registrieren. Personenbegrenzungen gibt es zwar nicht, allerdings dürfte durch den Mindestabstand der Tische die Zahl der Gäste wohl automatisch begrenzt werden. Es gibt keine Einschränkungen bei den Öffnungszeiten und der Verweildauer. Bars, Discos und andere gastronomische Einrichtungen ohne Sitzgelegenheiten müssen dagegen geschlossen bleiben. Verboten sind weiterhin Buffets mit offenen Speisen.

Kontaktbeschränkungen: Ab Montag dürfen sich Angehörige von zwei Haushalten wieder treffen und auch ins Restaurant gehen. Das können zum Beispiel zwei einzelne Freunde sein oder auch befreundete Paare oder Familien, wenn diese in nicht mehr als zwei Haushalten leben. NRW folgt nicht dem Beispiel von Sachsen-Anhalt, wo Treffen von bis zu fünf Menschen aus verschiedenen Haushalten wieder erlaubt werden. Die Landesregierung will so vor allem Zusammenkünfte von größeren Gruppen Jugendlicher verhindern.

Schulen: Die Viertklässler sind schon wieder da, ab Montag folgen tageweise die Klassen 1 bis 3. Vorgesehen ist ein rollierendes System. Wie die Grundschulen das organisieren - etwa Erstklässler montags, Zweitklässler dienstags oder zwei aufeinanderfolgende Tage pro Jahrgang - bleibt ihnen überlassen. Auch die Jugendlichen an Gymnasien und Gesamtschulen, die im nächsten Schuljahr 2020/21 ihr Abitur ablegen, kehren zurück. An Haupt-, Real- und Sekundarschulen sollen nach und nach auch die Jahrgänge 5 bis 9 wieder tageweise Präsenzunterricht bekommen. Gesamtschüler und Gymnasiasten der Stufen 5 bis 10 sollen erst Ende Mai wieder die Schulen betreten, wenn die Hauptphase der Abiturprüfungen vorbei ist.

Geschäfte: Unabhängig von ihrer Größe dürfen alle Geschäfte unter Auflagen zu Abstands- und Hygieneregeln (eine Person pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche) wieder öffnen. Für „körpernahe Dienstleistungen“ wie Massagestudios, Kosmetik- und Tattoo-Studios müssen Infektionsschutzkonzepte erarbeitet werden

Sport: Hantelstemmen, das Tanzbein schwingen, Yoga und Pilates - Fitnessstudios, Tanzschulen, Sporthallen sowie Kursräume der Sportvereine dürfen wieder öffnen. Umkleideräume und Sanitäranlagen bleiben aber geschlossen. Eventuell müssen Sportler die eigene Matte von zu Hause mitbringen. Kontaktarmer Breitensport wie Tennis oder Golf sowie Trainingsbetrieb im Freien sind schon seit Donnerstag wieder möglich. In Tanzschulen muss man mit einem festen Tanzpartner tanzen.

Tourismus/Hotels: Ferienwohnungen und Campingplätze dürfen unter Auflagen auch zu touristischen Zwecken wieder genutzt werden. Freizeitparks, Ausflugsschiffe, Fahrrad- und Bootsverleihe dürfen öffnen.

Kultur: Kleinere Konzerte und andere öffentliche Aufführungen unter freiem Himmel sind wieder erlaubt. Auch in Gebäuden dürfen kleinere Konzerte unter strengen Auflagen stattfinden. Zulässig sind nicht mehr als 100 Zuschauer. In Musikschulen sind neben Einzelunterricht auch Ensembles mit maximal sechs Teilnehmern möglich. Auch der Probenbetrieb wird mit Schutzauflagen ermöglicht. Gesang- oder Blasinstrumente-Proben dürfen aber bis auf weiteres nicht in Gruppen (Chor, Ensemble, Orchester) stattfinden. Kinos - Ausnahme sind Autokinos - müssen weiter geschlossen bleiben.

Krankenhäuser: Einzelne Krankenhäuser können Besuche bereits ab Montag wieder zulassen, soweit sie dies unter Berücksichtigung des Infektionsgeschehens für angemessen halten und ein Hygiene-Konzept sicherstellen. Allgemein dürfen Krankenhäuser und andere stationäre Gesundheitseinrichtungen aber erst ab 20. Mai Besucher zulassen. In Alten- und Pflegeheimen sind Besuche schon seit dem Wochenende wieder möglich.

Geldstrafen: Wer gegen die Auflagen verstößt, muss mit Geldbußen bis zu 25.000 Euro rechnen.

(dpa)