Bistum Aachen: Das Netzwerk Kirche bleibt finanziell stabil

Bistum Aachen: Das Netzwerk Kirche bleibt finanziell stabil

Bistum Aachen legt den Finanzbericht 2017 vor. Etat umfasst Aufwendungen von rund 330 Millionen Euro. Sorge um Austritte.

Die gute Nachricht: Finanziell steht das Bistum auf stabiler Basis, die Gehälter sind sicher, Investitionen möglich und zentrale Aufgabenfelder wie die Seelsorge werden bearbeitet. Das Wissen um eine steigende Zahl von Menschen, die sich von der Kirche abwenden, nagt dennoch an Generalvikar Andreas Frick: „In der herkömmlichen Form wird uns die Weitergabe christlicher Solidarität dort nicht mehr gelingen, wir müssen neue Wege suchen“, betont er. „Diese Menschen sind uns nicht egal.“

Der Finanzbericht 2017 steht unter dem Motto „Netzwerk Kirche“ und setzt auf die Kontinuität kirchlicher Arbeit. Der Etat 2017 umfasste Aufwendungen von rund 330 Millionen Euro, erzielt wurde ein Jahresüberschuss in Höhe von 16,7 Millionen Euro. Bei den Aufwendungen wurden rund 37 Prozent für Kirchengemeinden, Kinder, Jugend und Verbände sowie rund 25 Prozent für Bildungsarbeit eingesetzt.

Insgesamt verfügte das Bistum bei einem Vermögen in Höhe von 808,2 Millionen Euro (2016: 765,1 Millionen Euro) über Erträge in Höhe von 346,9 Millionen Euro (inklusive Kapitalerträge), wobei die Kirchensteuerbeiträge 75,8 Prozent ausmachen. „Wir profitieren von höheren Steuereinnahmen, denn die Kirchensteuer ist an die Einkommensteuer gekoppelt“, erklärt Joachim Eich, Leiter der Hauptabteilung Finanzen, Bauwesen und Verwaltung im Generalvikariat, die Tatsache, dass trotz schwindender Gemeindemitglieder kein Minus vorliegt.

Foto: ZVA

Der Finanzbericht dokumentiert erstmals auch die Aktivitäten des Bistums in Sachen Nachhaltigkeit mit den Bereichen Kapitalanlagen, Personal, Soziales, Umwelt- und Klimaschutz sowie Prävention. „Da geht es ganz besonders darum, sexualisierter Gewalt vorzubeugen“, betont der Generalvikar. Für das 2011 gestartete Programm hat das Bistum inzwischen 1,5 Millionen Euro ausgegeben.

„Da sein, zuhören, Zeit haben“ – Aspekte, die man verstärkt beleben will, ob nun in der Hospiz-, der Krankenhaus- oder Notfallseelsorge. Zu einer vorsichtigen Finanzpolitik in der Zukunft rät Joachim Eich. „Die gute Konjunktur kann nicht ewig für steigende Erträge sorgen“, betont er. Er attestiert dem Bistum Planungssicherheit und Handlungsfähigkeit.

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