1. Region

Spenden nach dem Hochwasser: Das Motto lautet: „Sachsen gibt zurück“

Spenden nach dem Hochwasser : Das Motto lautet: „Sachsen gibt zurück“

Als Sachsen im Jahr 2002 von einem Jahrhunderthochwasser getroffen wurde, spendeten zahlreiche Menschen aus unserer Region. Jetzt ist es umgekehrt: Die Sächsische Zeitung sammelt mit ihrer Stiftung Hilfsgelder für Betroffene an Vicht, Inde, Rur und Wurm.

Acht Millionen Euro – diese immense Summe erreichte die Stiftung Lichtblick, als Sachsen im Jahr 2002 von einem Jahrhundert-Hochwasser heimgesucht wurde. Auch die Leserinnen und Leser von Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten spendeten damals für die Menschen in Sachsen, die bei der Flut Hab und Gut verloren.

Nun sind es die Sachsen selbst, die unter dem Motto „Sachsen gibt zurück“ über die Stiftung Lichtblick, eine Initiative der Sächsischen Zeitung, den Flutopfern in NRW und Rheinland-Pfalz spenden. Über 650.000 Euro sind bereits zusammengekommen.

Lichtblick hat sich dazu vor Ort mit vier Zeitungsverlagen Partner gesucht, die über Stiftungen verfügen, die ähnlich wie Lichtblick arbeiten: die Aachener Zeitung, die Rhein-Zeitung in Koblenz, die Westfalenpost in Hagen und der Wochenkurier-Verlag in Monschau. Alle vier liegen direkt im Katastrophengebiet.

Die Stiftungen dieser Verlage, wie etwa „Menschen helfen Menschen“ im Fall des Medienhauses Aachen, bekommen von Lichtblick je nach Bedarf eine große Summe überwiesen, die sie nach ihren Regeln verteilen. „Die Sachsen wollen tatsächlich etwas zurückgeben für die große Hilfsbereitschaft, die uns nach den Hochwasserkatastrophen aus anderen Teilen des Landes erreichte“, sagt Katerina Lohse, Vorstand der Stiftung Lichtblick. „Die Hilfsbereitschaft beweist, dass die Solidarität in ganz Deutschland viel stärker verbreitet ist, als man manchmal meint.“

Mehr als 5000 Einzelspenden seien bislang eingegangen, die höchste beträgt bislang 10.000 Euro. „Wir sind daran interessiert, dass viele Menschen in Not jetzt schnell erst mal kleine Beträge bekommen. Aber besonders schwer Betroffene, die vielleicht alles verloren haben, wird auch mit größeren Beträgen geholfen“, kündigt Katerina Lohse an. Die genaue Vorgehensweise regeln die Stiftungen untereinander.

Die Sächsische Zeitung wird auch darüber berichten, wie die Spenden aus Sachsen in unserer Region eingesetzt werden. „Die Berichte sind einerseits der Garant dafür, dass Menschen spenden, andererseits zeigen diese Berichte, wie das Geld vor Ort verteilt wird. Es ist für Hilfsorganisationen ein großer Vorteil, an Zeitungen angebunden zu sein“, sagt Lohse.

„Wir sind sehr dankbar über das Hilfsangebot der Stiftung Lichtblick und für die enorme Hilfsbereitschaft der Leserinnen und Leser der Sächsischen Zeitung. Dieses starke Signal der Solidarität sollte uns allen Mut machen“, sagt Thomas Thelen, Chefredakteur von Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten und Vorsitzender des Hilfswerks „Menschen helfen Menschen“.

Die Aktion „Menschen helfen Menschen” wurde 1986 vom Zeitungsverlag Aachen gegründet. Ziel war und ist es bis heute, Spendengelder zu sammeln, um damit hilfsbedürftigen Menschen aus der Region, die ohne eigenes Verschulden in eine Notlage geraten sind, schnell und unbürokratisch zu helfen. Da alle Mitarbeiter ehrenamtlich für „Menschen helfen Menschen“ arbeiten, entfallen sämtliche Verwaltungskosten. Die gespendeten Gelder kommen demnach zu 100 Prozent dem guten Zweck zu – und da an, wo sie dringend benötigt werden.

Für ihre Berichterstattung über die Folgen des Hochwassers ist die Sächsische Zeitung auf der Suche nach Menschen aus unserer Region, die im Jahr 2002 für die Flutopfer in Sachsen gespendet haben und nun selbst vom Hochwasser betroffen sind. Das trifft auf Sie zu? Dann melden Sie sich bei per Mail an chefredaktion@medienhausaachen.de bei uns. Wir stellen dann den Kontakt zur Sächsischen Zeitung her.

(red)