Region: Das Geheimnis der Marienstatue wird gelüftet

Region: Das Geheimnis der Marienstatue wird gelüftet

Ein Wunder oder bloßer Hokupokus? Eine abendlich leuchtende Marienstatue im Wohnzimmer eines Ehepaars in Sart bei Jalhay südwestlich von Eupen hat wochenlang für Aufsehen gesorgt. Jetzt haben sich Wissenschaftler der Lütticher Universität mit dem Rätsel beschäftigt - und eine Antwort gefunden.

Am Dienstag wollen die Experten der Lütticher Universität das Geheimnis um die leuchtende Marientstatue im belgischen Jalhay lüften. Doch eines ist nach Angaben der Tageszeitung „La Meuse“ jetzt schon klar: Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es sich nicht um ein übernatürliches Phänomen handelt. Von einem Wunder könne nicht die Rede sein. Radioaktivität als Erklärung werde ebenfalls ausgeschlossen. Doch zu welchem Ergebnis die Experten gekommen sind, will bislang noch niemand verraten. Nur so viel: „Wir haben eine sehr konkrete Erklärung für das Leuchten“, wird Rudi Cloots, Leiter der wissenschaftlichen Fakultät der Lütticher Uni, in „La Meuse“ zitiert.

Seit Anfang vergangener Woche hatten insgesamt fünf Wissenschaftler aus den Bereichen der Mineralogie, Spektroskopie, Archäometrie und Optophysik die Statue untersucht. Laut Cloots sind die Experten unabhängig voneinander zu übereinstimmenden Ergebnissen gekommen.

In den vergangenen Wochen waren rund 1000 Menschen nach Sart gekommen, um die Marienstatue in Augenschein zu nehmen. Einige reisten tatsächlich aus Italien, Frankreich oder England an. Da die Skulptur einst bei einer Wallfahrt ins belgische Banneux erworben worden war, hatte der Lütticher Bischof Jean-Pierre Delville bereits Leo Palm, Wallfahrtsleiter von Banneux, beauftragt, das vermutete Wunder einmal persönlich in Augenschein zu nehmen.

Palm tat es mit freundlichem Verständnis für die Gläubigen — aber mit einer großen Portion Skepsis. Im Interview mit dem „Grenzecho“ sagte er offen: „Die grundlegende Frage lautet: Handelt es sich um ein natürliches Phänomen?“ Die meisten Experten, die die Statue bisher angeschaut hätten, so Palm, waren offensichtlich der Meinung, „dass dies höchstwahrscheinlich nichts Wunderbares“ sei. „Möglicherweise besteht auf irgendeine Art eine Phosphoreszenz, die von der Mutter Gottes ausgeht. Sie speichert das Licht tagsüber und gibt es abends in der Dämmerung wieder ab.“ Nun haben die Wissenschaftler das Wort.

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