Alsdorf: „Das Energeticon wird Realität”

Alsdorf: „Das Energeticon wird Realität”

Nur ein trauriges Gesicht wird es gegeben haben bei der Übergabe des Förderungsbescheids für das Energeticon am Freitag durch NRW-Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger und die Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken. Aber diese „Trauermiene” war nicht zu sehen: Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders lag nämlich - von der Grippe außer Gefecht gesetzt - zu Hause mit Fieber im Bett.

Mit Bestimmtheit wäre der Mann, der seit Amtsantritt das Energeticon-Projekt nach vorne getrieben hatte, gerne dabei gewesen. Erster Beigeordneter Ralf Kahlen sprang für den verhinderten Bürgermeister ein und begrüßte die rund 200 geladenen Gäste aus Politik, Verwaltung und Kultur im Fördermaschinenhaus, das auch im zukünftigen „Energeticon. Kompetenzzentrum Energie” seine Verwendung als Veranstaltungsort behalten wird.

„Ein wichtiger Meilenstein”

Kahlen war es auch vorbehalten, den Bescheid aus den Händen des Ministers und der Regierungspräsidentin zu nehmen und die Fördersumme des Landes von etwa 2,76 Millionen Euro mit seiner Unterschrift zu sichern. „Heute ist ein großartiger Tag, ein Tag, an dem wir - endlich - einen wichtigen Meilenstein setzen können. Nach jahrelanger mühevoller, schmerzlicher, manchmal auch hoffnungslos erscheinender Zeit der Vorbereitung ist es nun soweit: Das Energeticon wird Realität”, rief Kahlen bei seiner Begrüßung den langen Weg vom Ursprung des Projekts vor zehn Jahren - Ideengeber waren der damalige Landtagsabgeordnete Hans Vorpeil und Stadtplaner Hans-Dieter Collinet - bis zu diesem „für Alsdorf stadthistorischen Tag” in Erinnerung.

Ralf Kahlen dankte den am Unternehmen Energeticon Beteiligten, darunter nicht zuletzt die „Mannen des Bergbaumuseumsvereins, die Kumpel von einst mit ihrem Vorsitzenden Josef Kohnen an der Spitze”.

Auch Wirtschaftsminister Voigtsberger rückte die Bedeutung des Bergbaus für Alsdorf und die Region in seiner Ansprache noch einmal in den Fokus, machte aber auch noch einmal deutlich, dass eine Förderung aus öffentlicher Hand für ein reines Bergbaumuseum keinesfalls möglich gewesen wäre. Voigtsberger mahnte, wie wichtig das Thema Energie sei. „Als Bildungs-, Beratungs- und Informationszentrum nimmt das Energeticon eine ganz besondere Stellung in der Region ein.”

„Hervorragende Investition”

„Wir sind soweit, wir haben es geschafft”, freute sich auch Gisela Walsken. Die Fördersumme von 2,76 Millionen Euro - über die zehn Jahre wurden gar rund 6,5 Millionen mobilisiert - stuft sie als „hervorragende Investition” ein. „Eine lange Geschichte geht jetzt positiv zu Ende”, resümierte die Regierungspräsidentin.

Ulrike Lubek, Direktorin des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), Hauptgesellschafter der neu gegründeten Energeticon gGmbH, verdeutlichte die Intention, die der LVR mit seinem Engagement in Alsdorf verfolgt: „An den originalen, denkmalgerecht sanierten Fabrikationsstätten erleben Besucher Industrie- und Sozialgeschichte in authentischer Atmosphäre.

Dieses Philosophie verfolgen wir im Rheinland und jetzt auch ganz speziell hier mit dem Energeticon.” Mit dem Engagement des LVR seien stabile und dauerhafte Strukturen garantiert. Worte, die auch Energeticon-Geschäftsführerin Birgit Godehardt gerne hörte: „Dass so viele der Einladung zu dieser Feierstunde gefolgt sind, zeigt die große Anteilnahme der Nachbarkommunen und der Städteregion. Das stimmt mich zuversichtlich für die kommenden Aufgaben. Denn mit dem Förderbescheid sind wir nicht am Ende angelangt, jetzt geht die Arbeit erst richtig los.”

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