Merzenich/Köln: Dank Tempolimit: Unfallbrennpunkt auf Autobahn A4 entschärft

Merzenich/Köln : Dank Tempolimit: Unfallbrennpunkt auf Autobahn A4 entschärft

Das im vergangenen September eingeführte Tempolimit auf dem neuen Abschnitt der Autobahn A4 zeigt unerwartet große Wirkung.

Nachdem innerhalb der ersten drei Jahre nach der Eröffnung der verlegten A4 im September 2014 bei mehreren schweren Unfällen neun Menschen auf dem neuen Teilstück zwischen Merzenich und Elsdorf gestorben waren, ereignete sich seit der Einführung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 130 Kilometer pro Stunde Mitte September 2017 kein einziger schwererer Unfall mehr. Das teilte die Bezirksregierung Köln am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung mit. Das Unfallgeschehen sei auf diesem Abschnitt seither „unauffällig“.

Dass dies kein Zufall ist, belegen die ständigen Messungen, die der Landesbetrieb Straßenbau auf beiden Seiten des neuen A4-Abschnitts vornimmt. Noch vergangenen August hatte die Durchschnittsgeschwindigkeit aller auf dem schnurgeraden, 7,2 Kilometer langen Teilstück fahrenden Autos und Motorräder bei 142 Kilometern pro Stunde gelegen.

Bereits Ende November 2017, also gut zwei Monate nach Einführung des Tempolimits, war diese Durchschnittsgeschwindigkeit um zwölf auf 130 km/h gesunken. Die jüngsten Messungen hätten nun ergeben, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit auf etwa 122 km/h gefallen sei. Autos und Motorräder fahren also im Schnitt 20 km/h langsamer als noch vor etwa sieben Monaten, teilte die Bezirksregierung am Freitag mit.

Keine Pläne für Radaranlage

Bei den meisten tödlichen Unfällen spielte eine Rolle, dass die Geschwindigkeit der Autos auf dem neuen A4-Abschnitt wesentlich höher war als die der Lkw. Das Ziel der vorübergehenden Einführung des Tempolimits war daher, eine Annäherung der durchschnittlichen Geschwindigkeiten von Pkw und Lkw zu erreichen. „Dies ist gelungen“, sagte Dirk Schneemann, Sprecher der Kölner Bezirksregierung.

Deswegen sind im Moment keine weiteren Eingriffe in den Verkehr geplant. Weder werde über ein Lkw-Überholverbot noch über die Einrichtung einer stationären Radaranlage nachgedacht. „Sollte sich der positive Trend bestätigen und die Unfalllage weiterhin unauffällig bleiben, würde die testweise Geschwindigkeitsbeschränkung von 130 km/h dann dauerhaft angeordnet“, sagte Schneemann weiter.

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