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Coronavirus: So funktioniert der Urlaub in den Sommerferien

Tipps des Gesundheitsamts : Alles Wichtige zum Urlaub in Corona-Zeiten

Mit dem Beginn der Sommerferien in NRW beginnt auch die Reisezeit. Doch trotz der Lockerungen gelten aufgrund des Coronavirus noch einige Regeln – besonders bei der Rückkehr aus Risikogebieten. Auch Urlauber in den Niederlanden und Belgien müssen sich vor Ort auf Einschränkungen einstellen.

Das Gesundheitsamt der Städteregion verweist in einer aktuellen Mitteilung besonders auf die Corona-Einreiseverordnung NRW. Diese besagt, dass Rückkehrer aus Risikogebieten sich in eine häusliche Quarantäne begeben müssen. Dazu muss auch das zuständige Gesundheitsamt informiert werden. Zudem gibt es die Möglichkeit auf eine Freitestung – allerdings auf eigene Kosten. Fällt das Ergebnis negativ aus, entfällt die Quarantäne. Informationen dazu gibt es beim Gesundheitsamt unter 0241/51985300 oder per Mail.

Als Risikogebiete gelten in Europa etwa Bosnien, die Türkei, Russland, Schweden, die Ukraine und mehrere Länder des Balkans. Eine aktuelle Auflistung stellt das Robert-Koch-Institut zur Verfügung.

Die aktuelle Corona-Einreiseverordnung gilt bis zum 1. Juli. Das Gesundheitsamt betont jedoch, dass die Regelungen auch verlängert oder ausgeweitet werden können. Spezifische Fragen sind auf der Webseite der Städteregion gesammelt.

Welche Regelungen gelten in welchen Ländern?

Beliebte Urlaubsziele für Menschen aus der Region liegen in den Niederlanden und Belgien. Die Bundesregierung hatte am 15. Juni die Reisewarnung für EU-Länder aufgehoben, die Grenzkontrollen zu den Nachbarländern entfallen.

Für Inlandsreisen innerhalb Deutschlands gelten weiterhin die Regelungen der jeweiligen Bundesländer. Lokal kann es bei Ausbrüchen auch zu Verschärfungen der Regelungen kommen – wie etwa aktuell in den Kreisen Gütersloh und Warendorf.

Zum 1. Juli lockern die Niederlande zahlreiche Regelungen. Weiterhin gilt, dass Urlaubsunterkünfte vorab reserviert werden sollen. Restaurants, Cafés, Strandpavillons und Kneipen dürfen ab dem Stichtag bis zu 100 Gäste bewirten. Auch Kinos und Theater unterliegen keiner vorgeschriebenen Kapazitätsgrenze mehr. Campingplätze und Ferienparks dürfen ebenfalls wieder komplett öffnen. Reisende sollen jedoch weiterhin auf Abstand achten und nach Möglichkeit eine Maske tragen. Das gilt auch für die Nordseestrände. Gruppen von drei oder mehr Personen müssen 1,5 Meter Abstand einhalten – ansonsten droht ein Bußgeld. In öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften gilt eine Maskenpflicht. Dafür dürfen wieder ab dem 1. Juli mehrere Personen aus unterschiedlichen Haushalten zusammen in einem Auto fahren.

In Belgien gelten ebenfalls Abstandsregeln von 1,50 Meter. Wo sich diese nicht einhalten lassen, gilt eine Maskenpflicht. Ausnahmen bestehen für Personen desselben Haushalts. Kommunen haben auf Haupteinkaufsstraßen oft eine Maskenpflicht vorgeschrieben. Hotels, Cafés und Restaurants sind mittlerweile wieder geöffnet, es gelten jedoch die örtlichen Hygienebestimmungen.

Das Gesundheitsamt empfiehlt, sich vor den Reiseplanungen auf der Webseite des Auswärtigen Amts oder den jeweiligen Landesinstitutionen über die Bestimmungen im Reiseziel zu informieren. Gegebenenfalls kann es auch zu lokalen Verschärfungen der Regeln kommen.

Beherbergungsregeln in den deutschen Bundesländern

  • BADEN-WÜRTTEMBERG: Für Besucher aus einem Kreis mit erhöhtem Infektionsgeschehen gilt ein Beherbergungsverbot in Hotels, Gasthöfen, Pensionen, Ferienwohnungen, Campingplätzen sowie auf Wohnmobilstellplätzen, wenn die Zahl der Neuinfektionen in dem Heimatkreis der Betreffenden in den sieben Tagen vor der Anreise pro 100.000 Einwohner höher als 50 war.
  • BAYERN: Menschen aus dem Kreis Warendorf dürfen aktuell wieder nach Bayern kommen und dort übernachten. Wenn der maßgebliche Inzidenzwert unter 50 gefallen sei, dürften Bürger aus dem betreffenden Kreis von bayerischen Beherbergungsbetrieben wieder aufgenommen werden, erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München am Freitag. Sollte der Wert am Tag der Anreise wieder über 50 steigen, gälte erneut das Verbot.
  • BERLIN: Reisende aus sogenannten Risikogebieten in Deutschland müssen in Berlin für zwei Wochen in Quarantäne, wenn sie keinen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen können. Das wurde am Freitag bekannt.
  • BRANDENBURG: Brandenburg hat am Freitag ein Verbot für die Unterbringung von Menschen aus Corona-Risikogebieten beschlossen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur verständigte sich das Kabinett auf ein Beherbergungsverbot für Menschen aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche.
  • BREMEN: Im Land Bremen gibt es aktuell keine Restriktionen für Personen aus den Kreisen Gütersloh oder Warendorf oder anderen Regionen Deutschlands.
  • HAMBURG: Für Besucher aus deutschen Corona-Hotspots gilt ab kommender Woche Mittwoch in Hamburg ein Beherbergungsverbot. Ausgenommen sind Personen mit negativem Corona-Test. Hamburger, die aus deutschen Corona-Hotspots heimkehren, müssen zwei Wochen in häusliche Quarantäne, solange sie nicht nachweisen können, nicht infiziert zu sein.
  • HESSEN: In Hessen gilt ab Samstag ein Beherbergungsverbot für Menschen aus Regionen mit erhöhtem Corona-Infektionsrisiko. Ausgenommen sind Menschen mit negativem Corona-Test. Dieser darf nicht älter als zwei Tage sein. Ausnahmen gibt es auch für Gäste, deren Aufenthalt zwingend notwendig und unaufschiebbar beruflich oder medizinisch veranlasst ist. Auch Besuche eines engen Familienangehörigen oder Lebenspartners bleiben erlaubt.
  • MECKLENBURG-VORPOMMERN: Hier gibt es zwei Stufen für betroffene Regionen. Rot - wenn die Kennzahl 50 überschritten ist und Gelb, wenn sie knapp unterschritten ist. Menschen aus Kreisen nach beiden Kategorien dürfen nicht übernachten, es sei denn sie haben einen negativen Test. Stichtag ist die Einreise.
  • NIEDERSACHSEN: Das Nachbarland Nordrhein-Westfalens hat bisher konkret Menschen aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf Übernachtungen verboten. Obwohl die Kennziffer 50 bei der 7-Tages-Inzidenz im Kreis Warendorf Stand Freitag unterschritten wurde, gilt das Verbot laut Verordnung wegen der Inkubationszeit weiter - 14 Tage lang. Ein Ministeriumssprecher sagte, dass das Verbot aber auch in den nächsten Tagen aufgehoben werden könnte.
  • NORDRHEIN-WESTFALEN: In NRW gibt es keine Beherbungsverbote. Weder für Menschen aus dem eigenen Bundesland noch gemäß der Linie anderer Bundesländer, die sich an der 7-Tage-Inzidenz orientieren. Reiserückkehrer aus Risikoregionen im Ausland müssen 14 Tage in Quarantäne.
  • RHEINLAND-PFALZ: Das Land Rheinland-Pfalz hat eine Quarantänepflicht für alle Einreisenden aus Risikogebieten im In- und Ausland beschlossen, die seit Freitag in Kraft ist: 14 Tage Quarantäne bei Ankunft - oder ein negativer Corona-Test.
  • SAARLAND: Ab Montag dürfen keine Gäste mehr untergebracht werden, die aus einem Landkreis mit mehr als 50 Infizierten pro 100 000 Einwohner kommen. Ausgenommen sind Gäste, die einen negativen Corona-Test vorlegen können, der nicht älter als zwei Tage ist. Besuche eines engen Familienangehörigen oder Lebenspartners bleiben erlaubt.
  • SACHSEN: Für Reisende aus Regionen mit mehr als 50 Corona-Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen soll es nach dem Willen des Gesundheitsministeriums ein Beherbergungsverbot geben, falls die Reisenden keinen negativen Test vorweisen können. Ein endgültiger Beschluss lag am Freitag noch nicht vor.
  • SACHSEN-ANHALT: Ein Beherbergungsverbot war zunächst in der Diskussion. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte, die Frage sei „nicht ob, sondern wie“ man entsprechende Regelungen durchsetzen werde. Das Verbot könnte Teil der nächsten Corona-Verordnung sein, die am 2. Juli in Kraft treten soll.
  • SCHLESWIG-HOLSTEIN: Wer als Tourist aus einem Risikogebiet kommt muss zwei Wochen in Quarantäne - im Hotel. Ausnahme: Es liegt ein negativer Test vor, der höchstens zwei Tage alt ist. In Quarantäne müssen auch Einheimische, die vorher zum Beispiel im Kreis Gütersloh waren.
  • THÜRINGEN: Einreise- und Beherbergungsverboten sind derzeit nicht geplant. Das Gesundheitsministerium geht davon aus, dass die entsprechenden Ausbrüche in der Regel lokal klar eingrenzbar seien.
(red)