1. Region

Coronavirus: „Karnevalsgipfel“ verabredet Leitfaden

Frohsinn trotz Corona : „Karnevalsgipfel“ verabredet Leitfaden

Karneval und Corona, wie könnte das zusammengehen? Die Comitees in den Hochburgen wollen mit dem Land einen Leitfaden entwickeln - und bei ihren Planungen sehr flexibel sein.

Auch der karnevalistische Frohsinn muss in diesem Jahr natürlich corona-konform organisiert werden. Dabei soll den Kommunen in Nordrhein-Westfalen ein Leitfaden mit Empfehlungen und Informationen helfen. Das ist jetzt bei einem Spitzentreffen der Festkomitees der Karnevalshochburgen Aachen, Bonn, Düsseldorf und Köln mit dem Chef der Staatskanzlei vereinbart worden, wie die Landesregierung auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mitteilte.

Da derzeit nicht absehbar sei, wie sich die Coronavirus-Pandemie in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln werde, solle eine gemeinsame Basis erarbeitet werden für die Genehmigung der Veranstaltungen vor Ort.

Die Karnevalisten wollen dem Land bis Anfang August ein Konzept vorlegen, unter welchen Bedingungen aus ihrer Sicht Veranstaltungen stattfinden könnten. Das Gesundheitsministerium werde die Vorschläge prüfen. Im September habe man dann noch immer genug Zeit, die Sessions-Eröffnung am 11.11. vorzubereiten, sagte Michael Kramp für das Festkomitee Kölner Karneval.

Das Thema Karneval und Corona sorgt im Rheinland seit Wochen für Debatten. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte sich jüngst gegen Straßenveranstaltungen zur traditionellen Sessionseröffnung am 11.11. ausgesprochen: „Draußen, Straßenkarneval, Infektionsübertragungszeit, Alkohol, Enge - das passt nicht in diese Zeit“, hatte er Ende Juni gesagt.

Die Karnevalisten fragen sich: „Ist das schlau, etwas zu verbieten?“, wie der Sprecher des Festkomitees Kölner Karneval, Michael Kramp, am am Samstag fragte. Die Leute kämen dann ja trotzdem zu Hunderttausenden in die Stadt und träfen sich mit anderen. „Das ist möglicherweise die schlechtere Variante als zu sagen, wir machen lieber eine Reihe von kleineren Veranstaltungen, wo wir organisieren können, dass Menschen hygienisch miteinander umgehen“, nannte er eine Idee.

Denkbar sei etwa bei der Sessionseröffnung eine reduzierte Zahl von Teilnehmern, die sich vorher über eine App anmelden müssten, und unterteilt in kleinere Gruppen teilnehmen können - und auch mehrere dezentrale Veranstaltungen: „Immer unter der Voraussetzung, dass man davon ausgehen muss, dass sich die Menschen nicht verbieten lassen in die Stadt zu kommen. Das ist momentan ja auch nicht verboten“, sagte Kramp. Am Ende stehe die Frage, ob die noch zu entwickelnden Vorschläge organisierbar und finanzierbar seien und das NRW-Gesundheitsministerium zustimme.

„Wir können Dinge planen, aber man weiß ja nicht, wie die Corona-Situation im November oder Januar ist“, ging der Sprecher des Comitee Düsseldorfer Carneval, Hans Peter Suchand, auf die unkalkulierbare Corona-Situation ein. Wegen der dynamischen Lage und der vielen Unbekannten würden die Düsseldorfer wohl vor Oktober keine konkreten Entscheidungen zu Veranstaltungen im November oder Januar treffen.

„In Düsseldorf ist es so, dass wir die Session planen, als gäbe es kein Corona“, sagte Suchand - aber die Planungen seien so flexibel, dass man auf aktuelle Änderungen bei Abstands- und Hygienevorschriften reagieren könne. Die Karnevalisten würden alles tun, damit die Hauptveranstaltungen stattfinden könnten.

(dpa)