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Coronavirus in NRW: Geschäfte öffnen Montag, Online-Semester beginnt

Kein großer Ansturm : Viele Geschäfte in NRW wieder geöffnet

Rollläden werden hochgekurbelt, Desinfektionsmittel bereitgestellt und die ersten Kunden freudig, aber mit Abstand, begrüßt. NRW macht die Ladentüren wieder auf. Doch es braucht Geduld auf allen Seiten.

Nach mehrwöchigen Schließungen haben in Nordrhein-Westfalen am Montag etliche Geschäfte zum ersten Mal wieder geöffnet. Der Andrang der Kunden hielt sich zunächst jedoch in Grenzen, wie dpa-Reporter berichteten. Die Düsseldorfer Königsallee blieb trotz vieler wiedereröffneter Geschäfte von großem Andrang verschont. Auch in Köln standen maskierte Verkäufer in vielen kleinen Geschäften erst einmal recht einsam da und hatten Zeit, ihre Auslagen neu zu sortieren. Gegen Mittag wurde es dann etwas voller.

Öffnen dürfen seit Montag alle Läden mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern, zudem gelten Ausnahmen etwa für Autohäuser, Fahrradläden, den Buchhandel, Möbelhäuser und Babyfachmärkte. Die Regeln sorgen in Politik und Wirtschaft für viel Kritik, weil die Bundesländer sehr unterschiedliche Strategien verfolgen und sich größere Geschäfte benachteiligt fühlen.

Um Coronavirus-Infektionen zu vermeiden, sind nur wenige Kunden gleichzeitig pro Laden erlaubt, wie Hinweisschilder an den Türen erklären. In einigen Fußgängerzonen entstanden dadurch am Montag kleine Schlangen vor einzelnen Geschäften, wie man sie bereits von Supermärkten kennt. Bei der Bekleidungskette Edited in Köln war die Tür am Montag zwar schon offen, zunächst aber noch von einem Tresen samt Verkäufer verbarrikadiert. „Wir warten noch auf Desinfektionsmittel, erst dann dürfen wir auch Kunden hereinlassen.“ Wo Kunden an den Kassen stehen, gilt kontaktlose Kartenzahlung als Mittel der Wahl. Auf einem Schild in einer Kölner Filiale von „Kauf Dich Glücklich“ heißt es außerdem: „Wenn möglich: Maske auf.“

Manche Geschäfte ließen sich auch am Montag noch Zeit und machten noch keinen Gebrauch von der neuen Erlaubnis, wieder zu öffnen. „Viele Mieter haben noch Vorkehrungen zu treffen, andere haben logistische Probleme oder noch Mitarbeiter in der Kurzarbeit“, hieß es dazu vom Center-Manager der Dortmunder Thier-Galerie, Markus Haas. Der Kundenandrang in dem großen Dortmunder Einkaufszentrum hielt sich daher auch in Grenzen.

„Nicht mehr lange und wir haben wieder geöffnet“, schrieb ein Kölner Bekleidungsgeschäft am Montag auf einer Tafel vor der Tür. „Gerade bereiten wir alles für einen sicheren und angenehmen Einkauf bei uns vor.“ Gleiches gilt in NRW auch für den Möbel-Riesen Ikea. Trotz der Sonderregeln des Landes, auch Möbelhäuser wieder zu öffnen, blieben die elf Filialen der Kette im bevölkerungsreichsten Bundesland zunächst geschlossen, weil mehr Zeit für die Vorbereitung der neuen Hygiene-Vorgaben benötigt werde.

Zu Hardeck in Bochum, mit einer Verkaufsfläche von rund 40.000 Quadratmetern eines der großen Möbelhäuser in NRW, kamen am Montagmittag immerhin etwa 350 Kunden. Bis zu 4000 Kunden dürfte Hardeck gleichzeitig in das Möbelhaus in der Nähe des ehemaligen Opel-Geländes lassen. „Wir machen aber bei 2000 Schluss“, erklärte Martin Diehl von der Geschäftsleitung. Ein automatisches Zählsystem erfasst, wie viele Besucher sich im Gebäude aufhalten. „Es ist gut, dass wir wieder öffnen können“, sagt Diehl. Nach fünf Wochen Schließung sei das „emotional und auch wirtschaftlich wichtig“.

Eine Verkäuferin im Vintage-Laden „Think Twice“ im Belgischen Viertel in Köln befürwortete, dass insgesamt noch nicht so viele Kunden unterwegs seien. „Man kann ja nicht jedem hinterherrennen, man muss auf die Vernunft der Leute setzen.“ Zunächst gehe es noch nicht um Umsätze - aber es sei gut, dass der Betrieb wieder anlaufe. Wirklich auf den Prüfstand dürfte die neue Shopping-Realität wohl erst am Wochenende kommen.

(dpa)